In Berlin steigen die Wohnungspreise am schnellsten

Beiträge / Expertentipp

Die Diskussion um die Höhe der Wohnungspreise tobt wahrscheinlich in keiner anderen deutschen Großstadt so heftig wie in Berlin. Das hat auch seinen Grund, denn die Preisdynamik ist in Berlin tatsächlich am höchsten.

In keiner Metropole steigen beispielsweise die Preise für neu errichtete Eigentumswohnungen schneller, wie der aktuelle Wohn-Preisspiegel des Immobilienverbands Deutschland (IVD) zeigt. Wer im Sommer 2017 eine Neubauwohnung in Berlin kaufen wollte, musste im Schnitt 21 Prozent mehr zahlen als noch im Sommer 2016. Das ist die schlechte Nachricht für potenzielle Wohnungskäufer in der Bundeshauptstadt.

Es gibt auch eine gute Nachricht: Berlin ist immer noch vergleichsweise günstig, auch wenn das für viele erst einmal abwegig klingen mag. Unter den sieben größten deutschen Städten sind lediglich in Düsseldorf die Neubaupreise noch günstiger, Bestandswohnungen kosten in Berlin sogar am wenigsten. Im Städtevergleich hat Berlin also noch Aufholpotenzial, was – und damit zurück zur schlechten Nachricht – zu steigenden Wohnungspreisen führen kann.

Die Kosten für Bauherren steigen in Berlin sogar noch deutlich schneller als die Preise für Eigentumswohnungen. Im Sommer 2017 kostete ein Baugrundstück für Ein- oder Zweifamilienhäuser 25 Prozent (normale Wohnlage) beziehungsweise 39 Prozent (gute Wohnlage) mehr als noch ein Jahr zuvor. Verschärft wird dieser Trend durch die Berliner Politik, die landeseigene Grundstücke bevorzugt an landeseigene Wohnungsbaugesellschaften vergibt. Nötig wäre aber eine ausgewogene Grundstücksvergabe, damit auch landeseigene Grundstücke diskriminierungsfrei an Private verkauft werden können. Denn die Berliner Politik schadet mit ihrer Verknappung des Grundstücksangebots nicht nur wohlhabenden Investoren, sondern auch ganz normalen Haushalten, Familien, Paaren, Rentnern, die ein Haus bauen oder kaufen möchten – sich das wegen der steigenden Grundstückspreise aber zunehmend nicht mehr leisten können.

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