Berlin-Nachricht: Mischnutzungskonzepte gegen Wohn- und Büroflächenmangel

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In der Bundeshauptstadt mangelt es nicht nur an Wohnraum. Auch auf dem Berliner Büroimmobilienmarkt werden die verfügbaren Flächen zunehmend knapp. CBRE zufolge sank der Leerstand im Bürosegment zuletzt auf 2,9 Prozent, die niedrigste Quote in allen deutschen Top-Standorten. Insbesondere in der Innenstadt wurde inzwischen die Vollvermietung erreicht.

Aktuell werden in der Spreemetropole verstärkt Neubauprojekte realisiert. Seit Januar wurden insgesamt etwa 70.000 Quadratmeter Fläche durch Neubau und Revitalisierungen geschaffen, bis zum Jahresende sollen es etwa 199.500 Quadratmeter werden.

Prominente Neubauprojekte finden sich unter anderem an der East Side Gallery. Dort entstehen künftig mit dem Stream Tower in der Mediaspree sowie mit einem kürzlich vorgestellten 140 Meter hohen Projekt neben der East Side Mall zwei großflächige Bürotürme.

Als Maßnahme sowohl gegen den Wohn- als auch gegen den Gewerbeflächenmangel werden derzeit verstärkt Mischnutzungskonzepte diskutiert. Beispielhaft hierfür steht die Überbauung von Lebensmittelmärkten. Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat 330 infrage kommende Standorte für eine Überbauung identifiziert, an denen bis zu 36.000 Wohnungen entstehen können. Prinzipiell lassen sich jedoch auch Büro- und andere gewerblich genutzte Flächen auf diese Weise realisieren. Die Änderungen der Baunutzungsverordnungen aus dem Jahr 2017 hat zudem die Baurechtskategorie der sogenannten urbanen Gebiete geschaffen. In diesen sollen Nachverdichtungsmaßnahmen und Mischnutzungskonzepte zukünftig verstärkt umgesetzt werden.

 

Wohnungsbau in Berlin: Deutlicher Rückgang der Genehmigungen

Einer Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg zufolge wurden im ersten Quartal des Jahres die Genehmigungen zum Bau von 4.325 Wohnungen erteilt. Das entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahresquartal um 18,8 Prozent. Vor allem wurden Anträge in Mitte sowie Treptow-Köpenick genehmigt, das Schlusslicht bildete Neukölln mit 38 Wohneinheiten. Bereits im vergangenen Jahr war die Anzahl der erteilten Genehmigungen zurückgegangen. Diese Entwicklung steht in starkem Kontrast zum anhaltenden Zuzug an die Spreemetropole. Im vergangenen Jahr wuchs die Bundeshauptstadt erneut um mehr als 41.300 Einwohner, was einem Plus von 1,3 Prozent entspricht.

Das Problem der sinkenden Genehmigungszahlen in den Metropolen wurde inzwischen auch auf Bundesebene von der Politik erkannt. CDU/CSU und SPD planen unter anderem, das beschleunigte Bebauungsplanverfahren zu prüfen und eventuell anzupassen. Zudem sind Verbesserungen im Bauplanungsrecht vorgesehen. Namhaften Vertretern der Immobilienbranche zufolge reichen diese Maßnahmen allein jedoch nicht aus. So fordert beispielsweise Nils Olov Boback von Bonava, dass die Behörden mehr Mitarbeiter einstellen müssen. Nedeljko Prodanovic von Stonehedge spricht sich dafür aus, dass die Städte bei Verzögerungen der Verfahren tätig werden müssen, wie es bereits in Hamburg der Fall ist. Dort schaltet sich nach drei Monaten der Senat in jedes Antragsverfahren ein. Jacopo Mingazzini von Accentro beklagt zudem, dass sich in Berlin die Zuständigkeiten der Ämter teilweise überlappen, was für deutliche Verzögerungen sorgt.

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