Die Berlin-Nachricht: Die vollvermietete Stadt

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Die Situation am Berliner Mietwohnungsmarkt wird angespannter. Dem aktuellen Jahresbericht des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) zufolge liegt der Leerstand auf dem niedrigsten Stand seit nahezu 20 Jahren. Auffällig ist vor allem, dass die Leerstandsquote mittlerweile nicht mehr nur in den Innenstadtbezirken ausgesprochen gering ist, sondern auch am Stadtrand.

Der Wohnungsmarkt geht an seine Reserven

Die Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen, die rund 40 Prozent aller Berliner Mietwohnungen repräsentieren, verzeichnen bereits seit 2002 einen enormen Rückgang der frei stehenden Wohnungen. Lag der Leerstand damals noch bei 5,5 Prozent, ist er bis Ende 2012 auf gerade einmal 2,3 Prozent gesunken. In zahlreichen Innenstadtbezirken liegt die Quote sogar unter 1,5 Prozent. Mit anderen Worten: Es gibt fast keine freien Wohnungen mehr. Bislang allerdings boten die Randbezirke noch genügend Ausweichquartiere. Doch auch dort gehen die Leerstände inzwischen rapide zurück. In 21 von 23 Alt-Bezirken Berlins wurde 2012 im Vergleich zum Vorjahr ein sinkender Leerstand verzeichnet. Spitzenreiter beim Leerstandsabbau war dabei der Bezirk Marzahn-Hellersdorf, der seine Leerstandsquote mit einem Rückgang um 1,8 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent nahezu halbierte.

Dynamik auf niedrigem Niveau

Dass der Berliner Wohnungsmarkt an seine Grenzen geht, zeigt auch der im Mai von CBRE und empirica veröffentlichte Leerstandsindex. Er macht zwar deutlich, dass die Leerstandsquote in anderen deutschen MeLeerstandsquote auf Abwärtskurstropolen durchaus noch niedriger liegt als in Berlin. München kommt auf 0,6 Prozent, Hamburg auf 0,7 Prozent. Beeindruckend sei jedoch vor allem die Dynamik in den Städten mit bereits niedrigem Leerstandsniveau: So habe in Berlin der Leerstand seit 2009 um einen ganzen Prozentpunkt abgenommen. Während der Abbau von Leerstand die Anspannungen am Wohnungsmarkt zumindest teilweise kompensieren konnte, seien in den Wachstumsregionen die Reserven nun weitgehend erschöpft. Angesichts der steigenden Wohnungsnachfrage wird Neubau daher umso dringlicher.

Auch die Fluktuation sinkt

Hinzu kommt, dass die Berliner Mieter noch nie so sesshaft waren wie heute. Der BBU-Analyse zufolge ging die Mieterfluktuation von acht auf sieben Prozent zurück. Das zeigt sich vor allem in den begehrten Innenstadtlagen: In Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte liegt sie gerade mal bei knapp fünf Prozent. Neben dem niedrigen Leerstand liegt der Grund für die geringe Anzahl an Umzügen auch an der deutlich verbesserten Beschäftigungssituation in Berlin: Anders als noch vor zehn Jahren müssen die Menschen nicht die Stadt verlassen, um Arbeit zu finden.

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