Die Berlin-Nachricht: IW Köln: Veraltete Mietspiegel schrecken Investoren ab

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Nicht nur unpräzise, sondern oft auch veraltet: Die Kritik an den Mietpreisspiegeln reißt nicht ab. Eine Analyse des Instituts
der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zur Mietpreisdynamik zeigt, dass die Mietpreisspiegel der realen Entwicklung häufig um Jahre hinterherhinken. Das könne Investoren vergraulen, so das Institut.

So sei Neukölln, das lange als Berlins Problembezirk abgeschrieben gewesen sei, heute das Hipsterquartier der Hauptstadt. Dementsprechend seien die Angebotsmieten, also die in neuen Inseraten ausgewiesenen Mietpreise, in den vergangenen fünf Jahren stark gestiegen: Habe Neukölln vor fünf Jahren noch zu den günstigsten 40 Prozent Berlins gezählt, gehöre der Bezirk heute zu den teuersten 20 Prozent, informierte das IW.

Das Beispiel zeige, dass sich die Bewertung einer Wohnlage innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern könne. Die Mietpreisbremse berücksichtige diese dynamische Entwicklung aber nicht. Ihr zufolge darf die Miete bei Neuvergabe einer Wohnung maximal zehn Prozent über der „ortsüblichen Vergleichsmiete“ liegen. Doch die Daten dieser Vergleichsmieten seien bis zu vier Jahre alt.

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) hatte bereits in der Vergangenheit eine Lösung vorgeschlagen: Bei der Erstellung der Mietpreisspiegel solle auf die für jeden Ort vorhandenen Bodenrichtwerte zurückgegriffen werden, die gut die verschiedenen Lagequalitäten wiedergeben. Aus ihnen lasse sich in einfacher Weise ein Faktor ableiten, mit dem ein Mietzins multipliziert werde. Damit würden die Mietspiegel transparenter und aktueller.

Unterdessen hat Andreas Schulten, Mitglied des Vorstands beim Analyseunternehmen bulwiengesa, in einem Interview mit dem „Berliner Tagesspiegel“ deutlich gemacht, dass die Mietpreisbremse die steigenden Preise für Eigentumswohnungen nicht stoppen werde. Er vertrat zudem die Auffassung, dass der Berliner Immobilienmarkt nicht überhitzt sei, man also nicht von einer Blase sprechen könne.

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