Die Berlin-Nachricht: Steigende Preise trotz Neubauboom

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In Berlin werden so viele Wohnungen neu gebaut wie seit Jahren nicht mehr. Im ersten Halbjahr 2012 stieg die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,6 Prozent. Damit steht dem Bau von rund 3.000 Wohnungen von offizieller Seite nichts mehr im Wege. Zählt man auch die Wohnungen hinzu, die zum Beispiel durch den Ausbau von Dachgeschossen neu entstehen, erhöht sich die Zahl der genehmigten Wohnungen auf insgesamt 4.221. Dennoch reichen die aktuellen Zahlen bei weitem nicht aus, um das vom Berliner Senat selbst-gesetzte Ziel von 30.000 neuen Wohnungen in der Legislaturperiode zu erreichen.

Deutliches Plus bei neuen Mehrfamilienhäusern

Getragen wird der Neubauboom nicht wie in den vergangenen Jahren von neuen Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern, sondern durch den Bau neuer Mehrfamilienhäuser. Deren Genehmigungszahl hat sich zwischen Januar und Juni 2012 um rund ein Drittel erhöht, während die Statistiker bei den Ein- und Zweifamilienhäusern einen Rückgang von rund zehn Prozent verzeichneten.

Mieten und Kaufpreise steigen deutlich an

Die niedrigen Neubauzahlen der vergangenen Jahre haben dazu beigetragen, dass die Mieten und Kaufpreise in Berlin stark angezogen haben. Dem Marktforschungsunternehmen empirica zufolge sind die inserierten Kaufpreise für eine Eigentums-wohnung mit gehobener Ausstattung und einer Wohnfläche von 60 bis 80 Quadratmetern in den vergangenen fünf Jahren um 32 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt müssen Käufer derzeit 2.746 Euro pro Quadratmeter für ihre Immobilie zahlen. Auch bei den Mieten gab es einen deutlichen Aufwärtstrend. 2007 zahlten Mieter durchschnittlich noch 6,65 Euro pro Quadratmeter, heute sind es 9,11 Euro je Quadratmeter – ein Plus von 37 Prozent.

Trendwende nicht in Sicht

Trotz der hohen Zahl an genehmigten Neubauwohnungen glaubt Stadtentwicklungssenator Michael Müller noch nicht an eine Trendwende auf dem Berliner Immobilienmarkt. Seiner Ansicht nach wird die steigende Zahl der Privathaushalte und die damit verbundene Nachfrage nach Wohnungen auch zukünftig dazu beitragen, dass die Mieten und Preise von Wohneigentum weiter steigen.

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