Es ist nicht der Staat, der den Neubau antreibt

Magazin / Experten

von Jürgen Michael Schick

Rekord! So viele Wohnungen wie 2016 wurden in diesem Jahrhundert noch nie genehmigt.

Seit 1999 war die Zahl nicht mehr so hoch: 375.400 Baugenehmigungen registrierte das Statistische Bundesamt im vergangenen Jahr. Die meisten davon in Berlin, 25.200 Wohnungen haben die Behörden in der Bundeshauptstadt genehmigt. Eine gute Nachricht, ein Grund zur Freude, und jeder, der jetzt noch etwas zu kritisieren hat, muss als unverbesserlicher Pessimist gelten – oder?

Tatsache ist, dass die Zahlen immer noch zu niedrig sind. Selbst wenn, was völlig unrealistisch ist, alle genehmigten Wohnungen wirklich gebaut werden, reicht das nach wie vor nicht aus. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat gerade errechnet, dass in Berlin jedes Jahr 31.000 neue Wohnungen gebaut werden müssen, um dem Bedarf gerecht zu werden. Bundesweit werden einer Studie von Professor Bernd Raffelhüschen von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zufolge jährlich bis zu 500.000 neue Wohnungen benötigt – da kommen die Genehmigungszahlen nicht heran. Trotz aller Jubelmeldungen werden also auch die jüngsten Rekordzahlen den Preisanstieg nicht stoppen können, vor allem nicht in den Großstädten.

Freuen wir uns ruhig über die steigenden Zahlen, denn sie zeigen, dass der Wille zur Investition und zum Neubau da ist. Das ist schließlich die Grundvoraussetzung. Sie sollten aber auch eines klarmachen: Nicht der Staat sorgt dafür, dass der Neubau so rasch an Fahrt gewinnt, sondern die Privatwirtschaft. Gut 80 Prozent der Wohnungen werden von privaten Investoren errichtet – nicht dank staatlicher Unterstützung, sondern trotz harter politischer Regulierungen. Alle Parteien, die den Wohnungsmarkt noch stärker regulieren wollen, sollten sich das einmal in Erinnerung rufen.

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