Immobilieneigentum ist der beste Schutz vor Altersarmut

Magazine / Experten

von Jürgen Michael Schick

Gerade einmal 52 Prozent der Menschen in Deutschland leben in einer eigenen Immobilie.

Das ist die zweitniedrigste Wohneigentumsquote in Europa – in einem der reichsten Länder der Welt. Berlin trägt mit nicht einmal 16 Prozent Wohneigentümern die rote Laterne. Angesichts der offensichtlichen Rentenlücke, die auf Millionen Deutsche zukommt, besteht daher dringend Handlungsbedarf. Denn Wohneigentum ist der beste Weg zum Vermögensaufbau. Und mit Vermögen für das Alter vorzusorgen ist heute notwendiger denn je. Andernfalls droht vielen Menschen ohne eine systematische, kapitalgedeckte Altersvorsorge die Altersarmut. Die Politik muss daher die Menschen darin bestärken, in eine eigene Immobilie zu investieren, sei es zur Selbstnutzung, sei es zur Vermietung. Wohneigentum ist in Deutschland weiterhin überaus erschwinglich. Dass trotzdem Millionen Haushalte nach wie vor kein Eigentum besitzen, weil sie schlicht zu wenig Eigenkapital bilden konnten, zeigt, wie und wo gezielt gefördert werden kann. Häufig werden zinsverbilligte Kredite gefordert – aber die sind im heutigen Marktumfeld der falsche Weg. Vielmehr bedarf es einer Förderung, die die Eigenkapitaldecke stärkt. Das wäre zugleich eine wertvolle Immobilien- wie Sozialpolitik.

Eine Fördermöglichkeit ist, dass Ersterwerber beim Kauf einer Immobilie von der Grunderwerbssteuer befreit werden. Denn auf viele Menschen, die in Wohneigentum investieren wollen, übt die Grunderwerbssteuer abschreckende Wirkung aus – und das kann nicht im Sinne des Gesetzgebers sein. Denkbar wäre zudem, dass etwa die Anzahl der Kinder im Haushalt bei der Eigentumsförderung berücksichtigt wird. Dabei muss natürlich auf eine nachhaltige und stabile Finanzierbarkeit geachtet werden, von der auch Schwellenhaushalte und junge Familien profitieren würden, ohne größere Risiken einzugehen. Übrigens sind drei Viertel der Wähler der „Großen Koalition“ Immobilieneigentümer oder spielen mit dem Gedanken, eine Immobilie zu erwerben. Die Bundesregierung wäre also auch aus wahlpolitischen Überlegungen durchaus gut beraten, Wohneigentum zu fördern.

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