Magnet Berlin

Magazine / Kolumnen

von Dr. Rainer Zitelmann

Noch vor wenigen Jahren mussten Wohnungseigentümer in vielen Stadtteilen Berlins um jeden neuen Mieter kämpfen. Das hat sich inzwischen geändert. Eine Bekannte berichtete mir neulich frustriert, dass sie sich um eine kleine 1-Zimmer-Wohnung am Kurfürstendamm beworben habe und ihr der Vermieter mitteilte, sie sei nur eine von 50 Kandidaten für diese Wohnung.

„Berlin wirkt wie ein Magnet auf junge Menschen. Ihr Ruf als dynamische, kreative und preisgünstige Metropole eilt der Stadt voraus. In Berlin leben deshalb derzeit so viele Menschen wie seit 1995 nicht mehr“, berichtete kürzlich die „Berliner Morgenpost“.

3.468.900 Menschen leben gegenwärtig in Berlin. Allein im ersten Quartal dieses Jahres zogen 35.700 Menschen nach Berlin. 2010 waren es im Ver-
gleichszeitraum nur halb so viele – 16.800. Und im ersten Quartal 2009 waren es erst 11.000.

Mitte der 90er Jahre hatten noch viele Menschen die Hauptstadt verlassen. Im Jahr 2000 hatte die Einwohnerzahl Berlins mit 3,38 Millionen den tiefsten Stand erreicht. Doch inzwischen hat sich längst ein neuer, dynamischer Trend etabliert. Seit 2005 zieht es immer mehr Menschen nach Berlin, zudem stieg zuletzt auch die Geburtenquote.

Viele junge Menschen kommen nach Berlin, um hier zu studieren. „Zum Wintersemester“, so die „Berliner Morgenpost“, „meldeten Universitäten und Fachhochschulen wie im vergangenen Jahr einen Bewerberrekord.

Teilweise sei die Nachfrage binnen eines Jahres um zehn Prozent gestiegen, hieß es etwa aus der Technischen Universität.“ Die Berliner Hochschulen reagieren auf die gestiegene Nachfrage und erweitern ihre Kapazitäten. Bis 2012 sollen 6.000 neue Studienplätze geschaffen werden.

Nicht nur Studenten zieht es nach Berlin, sondern auch junge Menschen, die einen Job in der Kreativwirtschaft suchen. Laut Angaben der Industrie- und Handelskammer erwirtschaftet diese Branche in der Hauptstadt mit rund 27.000 kleineren und mittleren Unternehmen einen Umsatz von jährlich knapp 22 Milliarden Euro – das sind 16 Prozent des Gesamtumsatzes der Berliner Wirtschaft.

Dass viele junge Menschen nach Berlin ziehen, ist ein Grund dafür, warum die – für den Wohnungsmarkt relevante – Zahl der Haushalte stärker steigt als die Zahl der Einwohner. Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) meldet, zwischen 2005 und 2010 sei die Zahl der Haushalte um fast 100.000 gestiegen. Im gleichen Zeitraum seien dagegen nur 3.100 neue Wohnungen errichtet worden. Der Berliner Senat prognostiziert, bis 2020 werde es weitere 130.000 Haushalte mehr geben als heute. Da aber nach wie vor in Berlin kaum gebaut wird, ist mit weiter sinkenden Leer-standszahlen und höheren Mieten zu rechnen.

Trotz steigender Mieten ist Wohnraum indes in Berlin nach wie vor sehr viel erschwinglicher als in anderen Städten – etwa Hamburg, München oder Frankfurt. Junge Menschen, die aus einer dieser Städte nach Berlin ziehen, erleben einen vergleichsweise entspannten und preisgünstigen Wohnungsmarkt und freuen sich, dass sie monatlich sehr viel weniger für ihre Miete ausgeben müssen, als sie es aus den Städten gewohnt waren, aus denen sie zuziehen.

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