Stadtteilporträt Hellersdorf

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Hellersdorf: Aufschwung am östlichen Stadtrand

Das Image von Hellersdorf war lange Zeit nicht das beste, wird es doch vielfach in einem Zug mit Marzahn und den dortigen sozialen Brennpunkten genannt. Aber: Wie aus dem Kriminalitätsatlas der Senatsinnenverwaltung hervorgeht, ist Marzahn-Hellersdorf einer der sichersten Bezirke. Insbesondere Hellersdorf hat zudem viele lebenswerte Seiten: Der Ortsteil ist neben Prenzlauer Berg Berlins zweites Mekka für Familien und dabei viel günstiger, wenn es um Wohnraum geht. Die Grundstückspreise entwickelten sich in den vergangenen Jahren recht stabil, sie lagen zwischen 80 und 120 Euro pro Quadratmeter und somit deutlich unter denen der Innenstadtbezirke. Das dürfte ein Grund sein, warum nirgendwo in Berlin mehr Einfamilienhäuser gebaut werden. In den neuen Reihenhausarealen im Siedlungsgebiet profitieren viele junge Familien nicht nur von preiswertem und citynahem Eigentum, sondern auch von der gewachsenen, ruhigen und sicheren Wohnlage. Ein weiterer Grund, der für das Leben in Hellersdorf spricht, ist das Mietniveau: Es ist eines der geringsten in Berlin. 2013 lag die Miete im Mittel bei 5,46 Euro pro Quadratmeter – fast ein Drittel unter dem Berliner Wert (8,02 Euro pro Quadratmeter).

Vom Rittergut zum urbanen Großbezirk

Hellersdorf blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück, die sich stark von den historisch gewachsenen Bezirken im Innenstadtzentrum unterscheidet. Ursprünglich war Hellersdorf ein Rittergut, das 1836 an den Grafen von Arnim verkauft wurde. 1920 wurde es schließlich nach Berlin eingemeindet und ge- hörte ab 1945 zum sowjetischen Sektor. Ein Großteil der Hochhäuser, die das Straßenbild Hellersdorfs heute prägen, wurde von den 1960er bis 1980er Jahren von kommunalen und genossenschaftlichen Unternehmen gebaut. Errichtet wurden hauptsächlich Großsiedlungen in Plattenbauweise, aber auch große zusammenhängende Siedlungs- und Einfamilienhausgebiete. Als eines der größten Bauprojekte Berlins wurde am 11. September 1997 das neugebaute Stadtzentrum Helle Mitte fertiggestellt. Es ist noch heute das urbane Zentrum von Hellersdorf. Am 1. Januar 2001 fusionierte Hellersdorf wieder mit Marzahn und wurde zum Großbezirk Marzahn-Hellersdorf, der nicht nur das Großsiedlungs- gebiet mit seinen circa 100.000 Wohnungen umfasst, in denen zwei Drittel der Bezirksbevölkerung leben, sondern auch die Kleinsiedlungen Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf.

Siedlungsbau

Innovativer Gesundheits- und Bildungsstandort


Mit seiner funktionierenden Infrastruktur, dem nahezu lückenlosen Nahverkehrsnetz und dem schnellen Zu- gang zur Autobahn ist Hellersdorf auch eine gefragte Adresse, wenn es um die Ansiedlung von Unterneh- men geht. Ein weiterer Pluspunkt für Unternehmen: Der Standort ermöglicht ihnen einen direkten Zugang zu den Hochschulen vor Ort. Die guten Bedingungen haben bereits viele Firmen an den südöstlichen Rand Berlins gelockt. An seinen südwestlichen Rand teilt sich Marzahn-Hellersdorf mit Lichtenberg das Gewerbeareal berlin.eastside. Es ist mit rund 1.200 Hektar Gewerbefläche, 16 etablierten Gewerbeparks und rund 2.500 Unternehmen das größte zusammenhängende Gewerbegebiet Berlins. In den kommenden Jahren wird zudem der „Clean Tech Business Park Berlin-Marzahn“ errichtet – künftig das größte Industriegebiet Berlins.

Eine wichtige Rolle in Hellersdorf spielt das Gesundheitswesen: Die Konzentration von Unternehmen aus diesem Sektor ist im Ortsteil hoch. Das Bildungsangebot in Hellersdorf hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, sodass viele Menschen auch wegen des Schulangebotes in den Ortsteil ziehen. Ein Oberstufenzentrum mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Medizin sowie sieben weiterführende Schulen, darunter zwei Gymnasien und fünf Sekundarschulen, bieten eine große Auswahl für Schüler und deren Familien.

Aufwertung der sozialen Infrastruktur im Fokus


Mithilfe des Stadtumbauprogramms Ost wurde in den vergangenen Jahren verstärkt in die Aufwertung der sozialen Infrastruktur investiert. Viele Projekte wurden gemeinsam mit den Wohnungsunternehmen, dem Land Berlin und dem Bezirksamt unter Einbeziehung der Bewohnerinnen und Bewohner vorbereitet und umgesetzt. Einen Schwerpunkt bildete dabei die moderne Umgestaltung der Schulen und Freizeiteinrichtungen. Der Bezirk beteiligt sich zudem an vielen Netzwerken und Wettbewerben, die ebenfalls den Einwohnern zugutekommen. So ist Hellersdorf Mitglied des „Gesunden Stadtnetzwerkes“, erhielt 1996 die Anerkennung als „Zukunftsbeständige Stadt“ und präsentierte auf der Expo 2000 das „Hellersdorf-Projekt“. Dabei handelte es sich um ein Konzept zur nachhaltigen Weiterentwicklung eines Stadtteiles in industrieller Bauweise. Für sein Nutzungskonzept zum „Stadtumbau Ost“ erhielt Hellersdorf zudem im Bundeswettbewerb den ersten Preis.

Hellersdorf ist gefragt bei Familien und Senioren Die Einwohnerzahl in Hellersdorf steigt seit drei Jahren beständig an. Der Ortsteil zieht zwar weniger Zuzügler an als alle anderen Gebiete innerhalb Berlins, kann aber ein positives Wanderungssaldo verzeichnen (8,2 Einwohner je Tausend im Jahr 2012). Das liegt zum einen an den niedrigen Mieten, zum anderen am Angebot der Wohnungsunternehmen für junge Familien. Projekte wie der „Wohnführerschein“, die Unterstützung für Alleinerziehende wie beim „Projekt Jule“ und eigene Kitaangebote tragen dazu bei, dass in Hellersdorf Familienfreundlichkeit gelebt wird. Zum anderen ist einmal mehr die Infrastruktur mit Blick auf Gesundheits- und Bildungseinrichtungen ausschlaggebend. Durch den vermehrten Zuzug von Familien besteht im Ortsteil ein Geburtenüberschuss, und der Anteil von Kindern an den Einwohnern steigt beständig. Dadurch sinkt der Altersdurchschnitt. Er lag 2011 in allen Teilen von Hellersdorf unter dem Bezirksdurchschnitt von 42,9 Jahren. Hellersdorf-Nord hat mit einem Altersdurchschnitt von 37,8 Jahren die jüngsten Ein- wohner des Bezirks. Bis 1999 war die Bevölkerung von Marzahn-Hellersdorf im Schnitt die jüngste im Berliner Vergleich. Das Durchschnittsalter stieg jedoch zwischen 1991 und 2011 dreimal schneller als in Gesamt-Berlin. Der Grund ist: Um die Jahrtausendwende begann der Anteil an älteren Menschen, die Hellersdorf für sich entdeckten, anzusteigen. Das lag unter anderem an den zahlreichen Seniorenwohnhäusern und Pflegewohnheimen, die in Hellersdorf errichtet wurden. In den vergangenen Jahren wurde zudem vermehrt in eine barrierefreie Ausstattung der Wohnungen investiert, um so den Ortsteil für Familien und Senioren gleichermaßen attraktiver zu machen.

Grün, grüner, Hellersdorf

Die Grünflächen in Hellersdorf können sich sehen lassen: Tatsächlich legt der Bezirk großen Wert auf die Erhaltung und Pflege der Grünanlagen. Während in Berlin der Anteil der Grünflächen an der Stadtfläche bei 14,4 Prozent liegt, bietet Marzahn-Hellersdorf mit rund 18 Prozent der Bezirksfläche von der Parkanlage bis zum Schulhof einen deutlich höheren Anteil an Gärten, Parks und Wiesen. Rund 22 Quadratmeter Grün- und Parkanlagen stehen im Schnitt jedem Einwohner zur Verfügung.

Auch direkt außerhalb der Grenzen des Ortsteils mangelt es nicht an Wald und Wiesen. So grenzt Hellersdorf im Osten direkt an Brandenburg und öffnet sich in die ländlichen Gebiete rund um Hönow.

Chinesischer Garten

Der westliche Rand von Hellersdorf liegt ebenfalls im Grünen: Der Kienberg, der Rohrbruchpark und der Wuhlegarten rahmen den Fluss Wuhle ein, der den Ortsteil Hellersdorf von Marzahn abgrenzt. Der Erholungspark Marzahn bietet mit den „Gärten der Welt“ ein Highlight der Gartenbaukunst. Im Herbst 2000 eröffnete der Chinesische Garten: Damit sind bisher insgesamt neun Gärten in unterschiedlichem Stil entstanden. 2017 wird der Rand Berlins einmal mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Marzahn-Hellersdorf ist dann Austragungsort der Internationalen Gartenausstellung (IGA). Die Gärten der Welt bilden das Herzstück des Geländes. Themen sind erneuer- bare Energien, städtische Naturräume und nachhaltig florierende Landschaften.

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