Stadtteilporträt Köpenick

Magazin / Aktuelles

Geschichte am Wasser

Mit dem Berliner Ortsteil Köpenick im Bezirk Treptow-Köpenick dürften viele Bundesbürger das Theaterstück „Der Hauptmann von Köpenick“ von Carl Zuckmayer verbinden. In dem Drama werden der Militarismus und das Obrigkeitsdenken der Gesellschaft des deutschen Kaiserreichs kritisiert. Hauptakteur ist der ehemalige Gefängnisinsasse Wilhelm Voigt, dem eine Militäruniform in die Hände fällt. Damit ausgestattet bringt er eine kleine Gruppe Soldaten dazu, mit ihm das Rathaus zu besetzen. Anschließend verhaftet er den Bürgermeister und bemächtigt sich des Geldes in der Stadtkasse. Auch wenn ein Großteil des Dramas erfunden ist – die Besetzung des Rathauses durch Wilhelm Voigt fand wirklich statt. Das Rathaus, in dem sich die Geschichte zugetragen hat, ist heute noch zu bewundern. Das charmante Backsteingebäude wurde in den Jahren 1901 bis 1905 erbaut und in den dreißiger und vierziger Jahren erweitert. Heute steht es unter Denkmalschutz. Damit zählt es zu einer langen Liste von Kulturdenkmälern in Köpenick. Viele Altbauten aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, die meisten davon sorgfältig restaurierte Wohnhäuser, verleihen der Altstadt des Ortsteils ein gemütliches Flair.
 

Das Köpenicker Schloss

In der Aufzählung historischer Denkmäler in Köpenick darf das Schloss Köpenick selbstverständlich nicht fehlen. Das Gebäude im Barockstil liegt eindrucksvoll in der Nähe der Altstadt auf einer Spreeinsel an der Dahme-Mündung. Wohl nicht zuletzt deshalb blickt das herrschaftliche Gebäude auf eine lange Historie zurück, die auch die Geschichte Köpenicks spiegelt. Die Schlossinsel Köpenick ist einer der wenigen Orte innerhalb des heutigen Berliner Stadtgebiets, die schon zu frühgeschichtlicher Zeit besiedelt wurden. Im achten und neunten Jahrhundert errichteten dann slawische Siedler hier eine Burg, die im 16. Jahrhundert durch ein Jagdschloss im Renaissance-Stil ersetzt wurde. Ab 1677 ließ König Friedrich I. von Preußen das Bauwerk zu einem Barockschloss ausbauen, wodurch es sein heutiges Aussehen erhielt. Derzeit können in dem Schloss Kunstausstellungen bewundert werden. Die Lange Brücke über die Dahme in der Nähe der Schlossinsel gehört ebenfalls zu den Köpenicker Baudenkmälern. Die Straßen- brücke verbindet die Köpenicker Altstadt mit den neueren Stadtvierteln. Sie wurde 1892 errichtet und ersetzte eine Brücke aus Holz, die schon im 15. Jahrhundert schriftlich erwähnt wurde. Die Lange Brücke wurde früher auch „Seufzerbrücke“ genannt. Diese Bezeichnung  verweist auf eine Sage aus dem 13. Jahrhundert, die das tragische Ende eines Liebespaares beschreibt.
 

Der blaue Ortsteil

Eine Brücke als Kulturdenkmal – das scheint typisch für Köpenick zu sein. Denn Wasserflächen spielen hier eine wichtige Rolle. Der Bezirk Treptow-Köpenick ist nicht nur der flächenmäßig größte Bezirk der Hauptstadt. Dem Bezirksamt zufolge ist er auch der grünste und wasserreichste. Im Ortsteil Köpenick mündet die Dahme in die Spree. Zudem gehört der Große Müggelsee teilweise zum Gebiet des Ortsteils. Die vielen Wasserflächen machen Köpenick zu einem beliebten Ziel für Sportler. Der Müggelsee lädt zum Surfen, Segeln und Schwimmen ein. Das Gewässer erreicht an manchen Stellen eine Tiefe von acht Metern, und an stürmischen Tagen kommt es zu nicht unerheblichem Wellengang. Bei Nebel sollen Spaziergänger am Großen Müggelsee manchmal sogar den Eindruck haben, am Meer zu sein: Das gegenüberliegende Ufer ist dann oft nicht zu sehen.
 
 
 

Nachbarschaft zu BER

Der Ortsteil im Südosten Berlins hat nicht nur Natur und historische Gebäude zu bieten. Einer der Pluspunkte Köpenicks, die den Standort auch aus unternehmerischer Sicht interessant machen, ist die gute Verkehrsanbindung. Neben dem guten Zugang zum öffentlichen Nahverkehr liegt Köpenick nicht weit vom Flughafen Berlin-Schönefeld und damit vom neuen Flughafen BER entfernt. Wann der neue Flughafen seinen Betrieb aufnimmt, ist bekanntermaßen noch nicht gewiss. Erst kürzlich wurde eine weitere Verzögerung gemeldet. Der Grund: Die Nordbahn, die derzeit vom Flughafen Schönefeld genutzt wird, soll saniert werden. Während der Bauarbeiten, die ab Juli 2014 vorgesehen sind, sollen die Flugzeuge auf die Südbahn des Flughafens BER ausweichen. Diese Pläne drohen jedoch an Einwänden der Fluglärm-Kommission zu scheitern: Die Südbahn könne noch nicht genutzt werden, da die umliegenden Häuser noch nicht ausreichend schallgeschützt seien. Das ist ein Problem, für das Köpenick in Zukunft eine Lösung finden muss. Denn gleichzeitig mit dem BER kommt zwangsläufig der Fluglärm. Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, erklärt im Interview mit der BERLINER MORGENPOST, dass darüber bei den Einwohnern große Verunsicherung herrsche. Er fordert von der Regierung, ausreichend Gelder in den Schutz der Anwohner vor Fluglärm zu investieren. Hohe Ausgaben für Lärmschutz seien nun einmal der Preis eines so zentralen Flughafenstandortes.
 

Bezahlbar Wohnen in Köpenick

Trotz des Risikos Fluglärm kann Köpenick nicht über mangelnden Zuzug klagen. Viele Unternehmen siedeln sich dort an, was Arbeitsplätze schafft. Die vielen Grün- und Wasserflächen machen Köpenick vor allem für Familien interessant. Zudem sind die Mieten in Treptow-Köpenick vergleichsweise niedrig. Das dürfte den Bezirk vor allem für Menschen interessant machen, für die die Mieten in der City zu hoch sind. Nach Angaben des IVD Berlin-Brandenburg beträgt die Miete in genanntem Bezirk in Standardlagen 6,50 Euro pro Quadratmeter, in Vorzugslagen acht Euro pro Quadratmeter. Damit liegt sie knapp unter dem Berliner Mittel von 6,87 Euro beziehungsweise 8,38 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich der Bezirke ist Treptow-Köpenick in den hinteren Rängen vertreten: Nur in Lichtenberg, Neukölln und Marzahn-Hellersdorf sind Mietwohnungen noch günstiger zu haben. Auch die Dynamik der Mietsteigerung kann mit den meisten anderen Bezirken nicht mithalten. Seit Mitte 2011 sind die Mieten demnach um 5,7 Prozent in Standard- und um 6,7 Prozent in Vorzugslagen angestiegen. Das erscheint auf den ersten Blick beträchtlich – der Wert verblasst jedoch im Vergleich mit den Steigerungen von rund 16 Prozent im Nachbarbezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Dem IVD zufolge hat Treptow-Köpenick hier jedoch noch Potenzial: Ein Aufwärtstrend ist abzusehen. Möglicherweise gewinnt der Südosten Berlins an Beliebtheit, da es sich als Ausweichregion für Familien anbietet, denen die Mieten in der Innenstadt zu teuer geworden sind.
 

„Neue Wasserliebe“: Wohnen am Fluss

Das könnte einer der Gründe sein, die Köpenick für Investoren interessant machen. Laut Bezirksamt Treptow-Köpenick sind im Bezirksgebiet bis 2020 rund 10.000 neue Wohnungen von verschiedenen Investoren und Projektentwicklern geplant. Einer davon ist BUWOG-Meermann. Das Projekt „Neue Wasserliebe“ greift die Bedeutung des Wassers für Köpenick auf. Unter dem Motto „Abwechslungsreich wohnen am Wasser“ errichtet der Projektent- wickler Wohnungen, Maisonettes und Penthouses, alle mit Blick aufs Wasser. Baubeginn soll noch dieses Jahr sein.

zu unseren Objektangeboten

Zinshaus-Marktbericht Deutschland 2020/2021
Aktuelles, Investorenwissen
Schick Immobilien präsentiert Ihnen auf 200 Seiten einen umfassenden Überblick für Wohn- und Geschäftshäuser in 46 Städten. Eine konkrete Arbeitshilfe für Ihre nächsten Immobilienkäufe...
mehr...

1. Dezember 2020
Wohn-Investmentmarkt als Corona-Gewinner
Experten
Noch ist nicht absehbar, wie tief die Spuren der Corona-bedingten Rezession sein werden. Auch wenn es allmählich Lockerungen für verschiedene Wirtschaftszweige und Bereiche des...
mehr...

29. April 2020
Im Gespräch mit Jürgen Michael Schick
Experten
Es muss nicht immer der moderne Neubau sein: Wer in Immobilien investieren will, findet in Zinshäusern als Bestandsimmobilien eine interessante Möglichkeit, etwa zur Altersvorsorge,...
mehr...

12. März 2020