Stadtteilporträt Marzahn

Magazin / Aktuelles

Marzahn – Großsiedlung mit hohem Grünanteil

Marzahn ist bekannt für Großsiedlungen und Plattenbauten. Dabei punktet der Bezirk ebenso mit zahlreichen Parks und Grünflächen, einer guten Infrastruktur und erschwinglichen Mieten. Nicht umsonst hat sich der Ortsteil zu einem Geheimtipp für Neuberliner mit kleinem Budget entwickelt.

Der Dorfkern und die Bockwindmühle

Die Ursprünge von Marzahn liegen im alten Dorfkern von Alt-Marzahn. Das Angerdorf wurde um 1230 gegründet. Ein Relikt aus den Anfängen des Dorfes ist heute wieder zu sehen. Die Marzahner Bockwindmühle steht zwischen dem alten Dorfkern und der Landsberger Allee. Äußerlich entspricht sie mit einem Flügeldurchmesser von 20,5 Metern dem Bauwerk, das 1815 errichtet wurde. Tatsächlich überstand die Mühle beide Weltkriege unbeschadet, ging jedoch 1978 in das Eigentum der DDR über, die die Mühle im Zuge der städtebaulichen Gestaltung der Großsiedlung Marzahn abreißen ließ. 1993 wurde beschlossen, an gleicher Stelle wieder eine funktionstüchtige Bockwindmühle aufzubauen. Heute wird sie an 200 Tagen im Jahr vom Wind angetrieben; inzwischen wurde auch ein Elektromotor eingebaut, der das Mahlen bei Flaute ermöglicht. Der Nachbau ist nach wie vor in Betrieb und produziert Mehl und Brot, das in der Umgebung verkauft wird. Darüber hinaus können Schulklassen und Interessierte die Mehlherstellung vor Ort verfolgen und sich über die Geschichte des Handwerks informieren.

Die Großwohnsiedlung Marzahn

Der Wohnungsmangel in der DDR war ein zentrales Problem, das die SED bis 1980 durch den Bau von Großwohnsiedlungen zu lösen gedachte. Der Erhalt beziehungsweise Ausbau der Altbauten und Wohnbauten in den Innenstädten war einerseits zu teuer und andererseits durch die vielfach zerstörte und verfallene Infrastruktur nicht attraktiv. Tatsächlich gehörten Wohnungen im Geschosswohnungsbau der Großsiedlung Marzahn zu den ersten, die durchgehend mit einer Fernheizung und Warmwasseranschlüssen ausgestattet waren. Im März 1975 begannen die Erschließungsarbeiten für die Großsiedlung Marzahn. Durch die Plattenbauweise betrug die Bauzeit nur rund 110 Tage. Ende 1977 zogen die ersten Mieter in die elfgeschossigen Bauten ein. Sie prägten von da an Marzahn, das 1979, zusammen mit Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf, schließlich ein eigener Bezirk wurde. Später, als auch in Hellersdorf Großsiedlungen errichtet wurden, teilte sich der Bezirk in die eigenständigen Teile Marzahn und Hellersdorf. 2001 schließlich gingen beide Bezirke im gemeinsamen Bezirk Marzahn-Hellersdorf auf.

IGA 2017: Eine Seilbahn für Berlin

Nördlich des Kienbergs liegt der Erholungspark Marzahn. Zusammen mit dem Wuhletal und dem Park rund um den Kienberg bieten sich hier über 100 Hektar Park- und Grünflächen zur Erholung. Ursprünglich wurde die Berliner Gartenschau als Gegenstück zum Britzer Garten in Westberlin geplant und der Park zur 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 eröffnet. Ab 1991 wurde der Park sukzessive aus- und umgebaut. Heute können die Besucher Gärten aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen besuchen, z. B. den chinesischen, japanischen, koreanischen und italienischen Garten. Auch ein Heckenirrgarten und ein Pflasterlabyrinth laden zum Entdecken ein. Im Zuge der Internationalen Gartenschau 2017 wird der Erholungspark Marzahn zurzeit erweitert und umgestaltet. Die IGA will die Zukunft des urbanen Grüns präsentieren. Durch den Kontrast der Parks und Grünflächen zu den Hochhaussiedlungen ergibt sich ein interessantes Spannungsfeld. Themen sind unter anderem „Natur erleben“, „urbanes Gärtnern entdecken“, „sich draußen bewegen“ und die „Vernetzung von Kunst und Kultur mit der Natur“. Im Zuge der IGA wird außerdem eine Seilbahn mit drei Stationen errichtet, die das Gelände erschließt. Sie ist nach 50 Jahren die erste Seilbahn, die in Berlin gebaut wird. Durch einen Halt auf dem Kienberg wird das gesamte IGA-Gelände barrierefrei erreichbar sein. Der Startpunkt liegt am U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße, der in „Kienberg – Gärten der Welt“ umbenannt wird. Der U-Bahnhof liegt auf der Linie 5, die vom Alexanderplatz ausgehend Richtung Osten bis nach Hönow führt. Marzahn wird außerdem von den S-Bahnlinien S5, S7 und S75 erschlossen. Zahlreiche Buslinien fungieren als Zubringer für die Straßenbahnlinien M6, M8, 16 und 18, die den Ostteil der Stadt mit dem Stadtzentrum verbinden.

Preiswerte Mieten in allen Marktsegmenten

Marzahn ist der Berliner Ortsteil mit dem niedrigsten Mietniveau. Der Wohnmarktreport 2016 von CBRE und der Berlin Hyp hat die fünf Postleitzahlgebiete von Marzahn untersucht. Diese sind von Nord nach Süd: Ahrensfelde, die Mehrower Allee, die Raoul-Wallenberg-Straße, Marzahn-Mitte und die Bitterfelder Straße. Lediglich das Gebiet rund um die Bitterfelder Straße und Marzahn-Mitte liegen mit 6,20 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 6,77 Euro pro Quadratmeter über dem Durchschnitt aller Marktsegmente im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Die Raoul-Wallenberg-Straße liegt knapp darunter mit 6,08 Euro pro Quadratmeter. Die Mehrower Allee und Ahrensfelde liegen deutlich niedriger bei 5,94 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 5,75 Euro pro Quadratmeter. Sowohl im unteren als auch im oberen Marktsegment liegen alle Gebiete in Marzahn unter dem Bezirksdurchschnitt von 4,98 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 9,42 Euro pro Quadratmeter. Die Raoul-Wallenberg-Straße liegt im oberen Marktsegment mit 9,42 Euro pro Quadratmeter an der Spitze und zusammen mit Marzahn-Mitte mit jeweils 4,91 Euro pro Quadratmeter an der Spitze des unteren Marktsegments.

Moderate Mieten und niedrige Wohnkostenquoten

In Marzahn misst eine Wohnung im Schnitt 64 Quadratmeter, in Ahrensfelde sind es 65 Quadratmeter und in Marzahn-Mitte sowie rund um die Mehrower Allee 66 Quadratmeter. Nur in der Raoul-Wallenberg-Straße und der Bitterfelder Straße sind die Wohnungen mit 62 beziehungsweise 61 Quadratmetern etwas kleiner. In beiden Gebieten liegt die Kaltmiete bei rund 517 Euro pro Monat, in Ahrensfelde zahlen Mieter im Schnitt nur einen Euro mehr. Mit am teuersten ist es in Marzahn-Mitte mit 592 Euro pro Monat. Das Einkommen liegt zwischen 2.668 Euro pro Monat rund um die Raoul-Wallenberg-Straße und 3.026 Euro in Marzahn-Mitte. Im Mittel erreicht das Monatseinkommen in Marzahn-Hellersdorf (2.969 Euro pro Monat) fast den Berliner Durchschnitt von 2.971 Euro pro Monat. Da die Mieten im Vergleich zum Einkommen in Marzahn moderat ausfallen, gehören die Wohnkostenquoten zu den niedrigsten in Berlin. An der Bitterfelder Straße beträgt die Quote lediglich 18 Prozent, in Marzahn-Mitte maximal 19,6 Prozent.

 

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