Stadtteilporträt: Spandau

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Eine Kleinstadt in der Großstadt

Ein Bummel durch die Straßen des Stadtteils Spandau weckt bei Besuchern Erinnerungen an eine längst vergessene Zeit. Kein Wunder: Die Ursprünge des im Westen Berlins gelegenen Ortsteils gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück und Spuren dieser Zeit sind bis heute erhalten geblieben. Der Grundriss der Spandauer Altstadt hat die vergangenen Jahrhunderte überdauert, sodass die Straßenführung das Mittelalter noch heute lebendig erscheinen lässt.

Stadtgrundriss verleiht kleinstädtisches Flair

Auch wenn der Grundriss über die Jahrhunderte erhalten blieb, die äußere Aufmachung der Spandauer Altstadt hat sich seit dem Mittelalter grundlegend gewandelt. Brände, Kriegseinwirkungen und Abrissmaßnahmen wirkten sich auf die Gebäudestruktur aus. Gebäude aus den unterschiedlichsten Bauepochen lassen die Geschichte des Stadtteils lebendig werden. Vom typischen havelländischen Kleinstadthaus bis zum fünfgeschossigen Berliner Mietshaus – die Gebäude im Ortsteil dokumentieren auf eindrucksvolle Weise die Baugeschichte mehrerer Jahrhunderte und die Lage Spandaus zwischen Provinz und Großstadt.

Jahrhundertelang war Spandau eine Militär- und Festungsstadt. Auf dem Gebiet des heutigen Ortsteils fanden zahlreiche historische Schlachten statt. Gewehre und Munition für die Auseinandersetzungen wurden in den ortsansässigen Fabriken hergestellt. Da die Rüstungsindustrie auch während des Zweiten Weltkriegs von großer Bedeutung war, wurde das Gebiet bei Bombenangriffen schwer beschädigt. Dadurch wandelte sich das Gesicht der Spandauer Altstadt: Erst in den 1950er Jahren wurden die letzten Ruinen abgerissen, neue Gebäude errichtet und die U-Bahn ausgebaut. Durch die Baumaßnahmen wurde die frühere Bausubstanz weiter zerstört. Nur wenige historische Gebäude sind bis heute erhalten geblieben.

Ein neues Antlitz

Erst in den 1970er Jahren schenkten die Stadtoberen und Architekten der Gebäudestruktur in der Spandauer Altstadt erhöhte Aufmerksamkeit. Der Stadtteil wurde zum Sanierungsgebiet erklärt. Die Altstadt sollte als einer der wichtigsten bauhistorischen Orte Berlins bewahrt werden. Über zehn Jahre dauerten die Umbau- und Sanierungsmaßnahmen. 1989 wurden die Arbeiten abgeschlossen: Die Altstadt Spandaus erhielt ihr ansprechendes Stadtbild, in das sich historische und moderne Gebäude harmonisch einfügen. Seine besondere, historische Atmosphäre erhält der Stadtteil durch zwei bedeutende Bauwerke: die St.-Nikolai-Kirche und das Gotische Haus.

Die St.-Nikolai-Kirche wurde im 15. Jahrhundert auf dem Reformationsplatz errichtet. Die dreischiffige gotische Backstein-Hallenkirche verfügt über ein mächtiges Satteldach. Seit 1989 ziert eine rekonstruierte Barockhaube mit Schinkelschem Schmuckwerk den Westturm.

Das Gotische Haus in der Breiten Straße 32 wurde anders als die meisten Häuser des 15. Jahrhunderts nicht aus Holz errichtet, sondern aus Stein. Auch wenn ein Brand große Teile des Hauses im 18. Jahrhundert zerstörte, sind Teile des ursprünglichen Bauwerks erhalten geblieben. Nachdem das Gebäude 1987 umfangreich saniert wurde, beherbergt es heute eine Kunstgalerie sowie das Tourismusinformationszentrum des Stadtteils.

Die Spandauer Altstadt lädt mit ihrer besonderen Atmosphäre Bewohner und Besucher zu einem gemütlichen Stadtbummel ein. Der Autoverkehr wurde weitestgehend aus den Straßen verbannt. Die Fußgängerzone lädt mit ihren vielen kleinen und großen Geschäften sowie Restaurants und Cafés zum Verweilen ein. Regelmäßig finden Veranstaltungen statt. Ein besonderes Highlight ist der jährliche Weihnachtsmarkt, der zu den größten Europas gehört und jedes Jahr Tausende Besucher in den Westen Berlins lockt.

Shoppingcenter, Kleinbetriebe, internationale Player

Nur wenige Schritte von der historischen Altstadt entfernt befindet sich einer der zentralen Treffpunkte im Ortsteil. Regionale, nationale und internationale Einzelhändler und Dienstleister bieten den Besuchern der Spandau Arcaden einen ansprechenden Mix aus Shopping, Freizeit und Erlebnis. Die engen Grenzen des reinen Einkaufens hat das Center längst überschritten. Die Arcaden sind ein multifunktionaler Anlaufpunkt, denn es befinden sich unter ihrem Dach neben den Fachgeschäften auch Ärzte, Rechtsanwälte, ein Bowlingcenter sowie ein Fitness- und Wellnessclub.

Etwas weiter entfernt in der Neustadt spielt sich das Geschäftsleben überwiegend zwischen der Schönwalder und Neuendorfer Straße ab. Dort finden sich alteingesessene Gewerbebetriebe ebenso wie Kleinbetriebe. Doch die Konkurrenz zum großen Center und die geringe Kaufkraft der Bewohner gehen nicht spurlos an den traditionellen Einkaufsstraßen vorbei. Viele Geschäfte stehen leer. Gewerbetreibende, Quartiersmanagement und die Wirtschaftsförderung des Bezirksamtes Spandau kommen deshalb regelmäßig zusammen. Ihr Ziel ist es, ein Netzwerk unter den Teilnehmern aufzubauen. Mittel- und langfristig wollen Sie die Kaufkraft der Bewohner stärken und die Niederlassung neuer Gewerbetreibender in der Spandauer Neustadt fördern.

Einer der bedeutendsten Industriestandorte des Bezirks ist die Ortslage Klosterfelde. Entlang des Brunsbüttler Damms haben sich mehrere international agierende Unternehmen niedergelassen. Dazu gehört beispielsweise der Pharma-Konzern Bausch & Lomb, der von Klosterfelde aus sein gesamtes Geschäft in Deutschland und Osteuropa steuert. 600 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen derzeit am Spandauer Standort – Tendenz steigend. Ein weiteres Unternehmen mit internationalem Renommee ist das Druckhaus Spandau, das zur Axel Springer Verlagsgruppe gehört. Täglich werden dort rund eine Million Medien hergestellt. Damit gehört das Druckhaus Druckhaus zu den größten und modernsten Produktionsstätten im Offset-Zeitungsdruck in Europa.

Günstig Wohnen

Auch wenn Spandau vom Zentrum Berlins am weitesten entfernt liegt, ist der Ortsteil bei seinen Bewohnern sehr beliebt. Kaum ein anderer Stadtteil verfügt über eine so eigenständige Infrastruktur wie Spandau: eine idyllische Altstadt, Anschluss an die S-Bahn und den Fernverkehr, Eigenheim- und Sozialbau-viertel sowie viel Wald, Wasser und Grün – Spandau hat eine Menge zu bieten. Wer von seinem Einkommen wenig fürs Wohnen ausgeben möchte und auf die Nähe zum Zentrum verzichten kann, findet in Spandau einen idealen Ort zum Leben. Nur rund 24 Prozent ihres Einkommens müssen die Mieter für ihre Wohnung im Ortsteil Spandau ausgeben. Die mittleren Angebotsmieten liegen im Berlinvergleich im untersten Drittel. Zwischen 5,07 Euro und 5,62 Euro kostet der Quadratmeter in Spandau, berlinweit liegt der Durchschnitt bei 6,11 Euro je Quadratmeter.

Mit der Schließung des Flughafens Tegel werden neue Impulse für den Spandauer Wohnungsmarkt erwartet. Die dann herrschende Stille sowie die attraktive Nähe zum Wasser sollen neue Bewohner in den Stadtteil locken. Die Grundsteine dafür wurden bereits gelegt: In den vergangenen Jahren entstanden in der Spandauer Neustadt neue Wohnquartiere in begehrter Wasserlage.

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