Bundeskanzler spricht sich für mehr Neubaugebiete aus

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat am Sonntagabend bei einer Veranstaltung der Heilbronner Stimme ein „Umdenken“ in der Baupolitik gefordert, meldet die FAZ. Für die Wohnungsnot sei weniger das Zinsumfeld als der Mangel an Bauland verantwortlich. Eine Lösung schlug er vor: „Für ganz Deutschland kann man sagen: Wir brauchen wahrscheinlich 20 neue Stadtteile in den meistgefragten Städten und Regionen – so wie in den Siebzigerjahren“. Das sei bisher, auch um weniger Flächen zu versiegeln, nicht gewollt gewesen. Das kommentiert Reiner Braun, Vorstand des Analysehauses Empirica, kritisch: „Wir erklären der Politik seit mehr als zehn Jahren, dass wir dringend zusätzliches Bauland brauchen – bislang weitgehend ohne Erfolg“. Es sei längst klar, dass der Schlüssel nicht allein in der Nachverdichtung, sondern in neuen Flächen liege. Da Nachverdichtungen vergleichsweise teuer seien und auf der grünen Wiese keine Nachbarn gestört würden, könne man mit modularer Bauweise günstigere Kaltmieten von 16 oder 17 Euro pro Quadratmeter statt der inzwischen üblichen 20 Euro realisieren. Andere Branchenvertreter griffen die Forderung des Bundeskanzlers auf und verwiesen auf den neuen Stadtteil Seestadt Aspern in Wien als positives Beispiel.

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Signa stoppt alle Berliner Bauprojekte

Der österreichische Immobilienkonzern Signa hat nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) alle Bauprojekte in Berlin gestoppt. Damit weitete sich die Krise des von René Benko gegründeten Unternehmens aus. Betroffen seien auch Prestigeprojekte wie das Karstadt-Haus am Hermannplatz und Infrastrukturprojekte wie der Umbau des Bremsenwerks am Ostkreuz. Unabhängig davon, ob sich die Projekte noch in der Planungs- und Beteiligungsphase befänden oder wie in der Passauer und Nürnberger Straße (City West) bereits im Bau seien, sei ein berlinweiter Baustopp verhängt worden. Die finanzielle Notlage bei Signa bewegt seit Sommer ehemalige Partner dazu, sich aus der Zusammenarbeit zurückzuziehen. So entzog etwa die Commerzbank-Tochter Commerz Real Signa den Auftrag für den Bau eines 32-stöckigen Hochhauses am Alexanderplatz. Im Zuge der Entwicklungen gab Benko Anfang des Monats die Führung der Signa-Gruppe ab und soll seine Stimmrechte an den Sanierungsexperten Arndt Geiwitz übertragen haben, der mit der Restrukturierung der Gruppe betraut wurde. In Schieflage geraten war die Signa-Gruppe unter anderem durch Abwertungen der „Signa Prima Selection“-Gesellschaft in Höhe von 1,17 Milliarden Euro durch gestiegene Zinsen.

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Wohnimmobilienpreise fallen im dritten Quartal weiter

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) meldete in der zweiten Novemberwoche weitere Preisrückgänge für deutsche Wohnimmobilien im dritten Quartal. Das jüngste Update des German Real Estate Index (GREIX), der in Zusammenarbeit von IfW und ECONtribute erstellt wird, zeigt im Durchschnitt rückläufige Bewertungen für alle Arten von Wohnimmobilien. So sind gegenüber dem Vorquartal Eigentumswohnungen (ETW) um 1,5 Prozent, Einfamilienhäuser (EFH) um 3,2 Prozent und Mehrfamilienhäuser (MFH) am stärksten um 5,9 Prozent gefallen. Gegenüber dem Vorjahresquartal gibt der GREIX noch stärkere Korrekturen der Bewertungen an (ETW: -10,5 Prozent; EFH -12,1 Prozent; MFH: -24,0 Prozent). Auch die Zahl der Immobilientransaktionen sei deutlich zurückgegangen, im Vergleich zum Vorjahresquartal habe es ein Drittel weniger Verkäufe gegeben. Die Entwicklungen verliefen allerdings nicht homogen, sondern regional sehr unterschiedlich. So gingen die Verkaufspreise für Eigentumswohnungen in allen deutschen Top-7-Städten mit Ausnahme von Köln durchgängig zurück, in Köln stiegen sie dagegen leicht um 1,1 Prozent. Berlin verzeichnete einen ausgesprochen moderaten Rückgang um 0,8 Prozent.

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Adler Group verlässt das Wohnungsbündnis

Nachdem die Adler Group im Juni 2022 das freiwillige „Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen“ von Berliner Immobilienfirmen, dem Senat und weiteren Branchenvertretern mitunterzeichnet hatte, ist der Immobilienkonzern nun kürzlich wieder aus dem Bündnis ausgetreten, so DER SPIEGEL. Grund dafür sind die Mieterhöhungen, die den im Bündnis festgelegten Rahmen deutlich übersteigen. Zusätzlich zu Neubauzielen und Absprachen zum Mieterschutz wurde im Bündnis unter anderem festgelegt, dass private Wohnungsunternehmen Mieten maximal um elf Prozent über drei Jahre erhöhen dürfen. Dieser Wert stellt ein freiwilliges Entgegenkommen der Immobilienwirtschaft dar, da der gesetzliche Spielraum für Erhöhungen in Berlin eigentlich bei 15 Prozent in drei Jahren liegt, insofern die ortsabhängige Vergleichsmiete des Mietspiegels nicht überschritten wird. Die genauen Erhöhungen der Adler Group teilte das Unternehmen nicht mit, allerdings soll in mehreren Fällen die Kappungsgrenze von 15 Prozent vollumfänglich ausgenutzt worden sein. Von den rund 26.000 Mietwohnungen, die die Adler Group Ende 2022 im Besitz hatte, befinden sich etwa 17.000 in Berlin.

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Eigentumswohnungen in Berlin werden wieder teurer

Dem vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) veröffentlichten Immobilienpreisindex Greix zufolge hat der Abwärtstrend der deutschen Immobilienpreise in Berlin ein vorläufiges Ende gefunden, berichtet der Tagesspiegel. Für die Erstellung des Indexes werden notariell beglaubigte Verkaufspreise als Grundlage herangezogen. Die Preise für Berliner Eigentumswohnungen seien demnach zwischen April und Juni 2023 um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Für das erste Quartal 2023 hatte der Gutachterausschuss für Grundstückswerte, der ebenfalls mittels notariell beglaubigter Kaufverträge Marktanalysen erstellt, von einem Rückgang der Verkaufspreise sowie einem dramatischen Rückgang des Transaktionsgeschehens berichtet. Auch legte der Ausschuss eine Auswertung des vergangenen Jahres vor und bezifferte den Transaktionsrückgang in Berlin gegenüber 2021 mit 21 Prozent. Dennoch seien die mittleren Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Durchschnitt um fünf Prozent auf 5.646 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Die Geschäftsführerin des Berliner Mietervereins, Ulrike Hamann, kommentierte diese Zahlen wie folgt: „Trotz des Rückgangs der Verkäufe und der Umsätze rechnen wir nicht mit einer Entspannung der Mieten, denn nach wie vor befinden sich die Kaufpreise insbesondere für Eigentumswohnungen auf einem hohen Niveau.“

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Berliner Schneller-Bauen-Gesetz soll noch 2023 kommen

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat ankündigt, dass das im Koalitionsvertrag der aktuellen schwarz-roten Berliner Regierung festgehaltene Schneller-Bauen-Gesetz noch in diesem Jahr durch den Senat auf den Weg gebracht werden soll. „Das alles Entscheidende ist, dass wir den Wohnungsmarkt wiederbeleben, dass es mehr Leerstand gibt, dass es mehr Wohnungsangebote gibt“, äußerte Wegner im Interview mit 105‘5 Spreeradio. Dazu solle die Landesbauordnung reformiert werden, um schnellere Genehmigungen und mehr Wohnungsbau zu erreichen. In ihrem Koalitionsvertrag hatten sich CDU und SPD auf ein Neubauziel von 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr geeinigt, 5.000 davon Sozialwohnungen. Etwa 6.500 Wohnungen jährlich sollen die Landeseigenen Wohnungsgesellschaften (LWU) realisieren. Auch solle das Berliner Wohnungsbündnis weitere Anreizinstrumente erhalten. Zentrales Ziel sei jedoch die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren durch kürzere Fristen, schnellere Verfahren, Nutzung des § 34 BauGB für Baugenehmigungen und die Prüfung einer Genehmigungsfiktion für Bauvorhaben.

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Berliner Immobilienmarkt ist gut für Klimawandel gerüstet

Der Savills Climate Resilient Cities Index kürt Berlin zum klimaresilientesten Immobilienmarkt unter 23 ausgewählten Städten. Die anderen Topplätze belegen Toronto, Paris und Madrid. Im Rahmen der Studie wurden die geografische Lage, der Anteil an ESG-zertifizierten Immobilien sowie die politischen Maßnahmen gegen den Klimawandel untersucht, um die langfristigen Aussichten auf die Auswirkungen des Klimawandels auf die ausgewählten Immobilienmärkte zu vergleichen. Der Index umfasst die 23 größten, bevölkerungsreichsten und wohlhabendsten Städte, die nach ihrem Klimarisiko eingestuft wurden. Berücksichtigt wurden Temperatur- und Niederschlagsveränderungen der letzten zehn Jahre, die Höhenlage, die Grundwassermenge und die potenzielle Gefährdung durch Naturkatastrophen. Obwohl alle Städte Nachholbedarf haben und auch Berlin von Trockenperioden, Unwettern und Starkregen betroffen ist, punktet Berlin mit seiner Lage, dem zweithöchsten Anteil an zertifizierten Immobilien von 1,5 Prozent und starken klimapolitischen Anstrengungen.

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Immobilienwirtschaft blickt gespannt auf Beratung zum Gebäudeenergie-Gesetz

Die Ungewissheit in der Bevölkerung über die künftigen Vorgaben für Heizungsanlagen und Energiesparmaßnahmen für Hausbesitzer und Projektentwickler geht weiter. Am Freitag, den 19.05.2023, hat die Bundesregierung den Entwurf des neuen Gebäudeenergiegesetzes im Bundeskabinett beraten. Ob das Gesetz noch vor der Sommerpause verabschiedet wird, und wenn ja, mit welchen Änderungen, kann derzeit niemand genau sagen. Gerade die Immobilienwirtschaft verfolgt die Beratungen mit gemischten Gefühlen. Von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Energiewende bei Immobilien sei eine Technologieneutralität, die die Hürden für Nahwärmenetze und Wasserstofflösungen hinuntersetzt, so der Immobilienverband Deutschland (IVD). Nach der Verabschiedung des Emissionshandelssystems ETS2 im Europäischen Parlament am Donnerstag, 18. Mai 2023, werden die Heizkosten für Gebäude ab 2027 jedenfalls deutlich steigen. IVD-Präsident Jürgen Michael Schick fordert angesichts der stärkeren Regulierung der Immobilienwirtschaft die Berücksichtigung der wirtschaftlichen Realität und angemessene Fördermaßnahmen: „Voraussetzung dafür ist, dass die Bundesregierung mit ihren Anforderungen an die Heizungstechnik und die energetische Sanierung Rücksicht auf die baulichen und finanziellen Realitäten nimmt. Auch eine klare und verlässliche Förderperspektive ist unabdingbar. Wer fordert, muss auch fördern.“

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Berliner Immobilienpreise leicht rückläufig, nur drei Prozent planen Kauf

Im ersten und zweiten Quartal sind die Preise für Berliner Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber dem Jahresdurchschnitt gesunken, wie das Analyse- und Beratungsunternehmen Empirica mitteilt. Der Preisrückgang sei zwar deutlich langsamer als in Hannover oder Hamburg, aber dennoch spürbar. Kostete der Quadratmeter einer Eigentumswohnung im Vorquartal noch rund 5615 Euro, sind es jetzt 275 Euro weniger. Auch für Häuser werden durchschnittlich 126 Euro weniger pro Quadratmeter verlangt. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Berlin liegt bei 4054 Euro. Nach den Zahlen des Dr. Klein-Trendindikators sind die Berliner Wohnungspreise um 2,7 Prozent und die Häuserpreise um 2,24 Prozent gesunken. Von den Preisrückgängen zeigen sich die Berliner indes unbeeindruckt. Nur drei Prozent planen in diesem Jahr einen Immobilienkauf, wie die Berliner Sparkasse im Februar in einer repräsentativen Umfrage herausfand.

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Grundsteuererklärungsfrist wird von vielen Bürgern verfehlt werden

Trotz der Verlängerung der Frist für die Abgabe der Grundsteuererklärung von Ende Oktober 2022 auf Ende Januar 2023 sei damit zu rechnen, dass viele die Frist verfehlen werden, so der Tagesspiegel. Bundesweit gingen bis zum 8. Januar lediglich 50 Prozent der fälligen Grundsteuererklärungen ein. In Berlin waren es bis zum 16. Januar sogar nur 49 Prozent. Damit verzögere sich die Aktualisierung der veralteten Daten zu deutschen Immobilien. Mit einer weiteren Fristverlängerung sei nicht zu rechnen. Angesichts der breiten Verfehlung der Frist werde zunächst milde reagiert werden. Die Berliner Senatsverwaltung für Finanzen teilte dem Tagesspiegel mit, dass im ersten Quartal zunächst nur Erinnerungsschreiben zur Nachreichung verschickt werden. Ähnlich sollen die meisten Bundesländer verfahren, wie Finanztip durch Anfrage bei allen Bundesländern herausfand. Dementsprechend sei nicht damit zu rechnen, dass Verspätungszuschläge fällig werden, wenn die Abgabe der Grundsteuererklärung sich nur ins erste Quartal verzögert. Erst nach Verfehlung dieser Frist werden Immobilienbesitzer zur Kasse gebeten: 0,25 Prozent der festgesetzten Grundsteuer werden mit jedem angefangenen Monat Verspätung als Strafe fällig, was gerade bei wertvollen Objekten teuer werden kann.

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