Auf in den Vorort?

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Nedeljko Prodanovic, Geschäftsführer der Stonehedge Gruppe

Wer in einem Ballungsgebiet lebt, sucht in der Regel kurze Wege zur Arbeit. Vor allem in den Top-7-Großstädten treffen die Bewohner auf eine harte Wirklichkeit: Sowohl Mieten als auch Kaufpreise sind so stark angestiegen, dass sich immer weniger eine geeignete Wohnung, geschweige denn ein Haus leisten können. Für all diejenigen, die in der Stadt ihrer Arbeit nachgehen und auch ihr soziales Umfeld haben, ist der einzige Ausweg dann oftmals ein Umzug ins Umland. In entsprechenden Randlagen sind die Preise häufig niedriger. Die Frage, die sich Umzugswillige stellen müssen, lautet: Lohnt sich Pendeln? Schließlich ist ein Fahrweg von 30 Minuten oder länger täglich bis in die Stadt keine Seltenheit.

Einem aktuellen Marktreport zufolge haben sich die Immobilienumsätze pro Jahr in München seit 2006 mehr als verdoppelt. Das gilt auch für den Durchschnittspreis pro Wohneinheit. In der Bundeshauptstadt kam es im selben Zeitraum sogar zu einer Verdreifachung der Umsätze. Um 160 Prozent stiegen die Preise für Wohnungen und Häuser.

Absolut gesehen bleiben die Kaufpreise in der Bundeshauptstadt im Vergleich zu München dabei noch bezahlbar. Das Lohnniveau ist in Berlin allerdings niedriger. Dort stiegen die Mieten in den vergangenen zehn Jahren stark an, was zu folgendem Effekt führte: Im Schnitt geben die Berliner statistisch gesehen 45 Prozent ihres Haushaltseinkommens für die Miete aus. Dieser Anteil ist sogar etwas höher als in München oder Frankfurt. Wer sich deshalb einschränken will, sollte nicht unnötigerweise auf eine zu kleine Wohnung ausweichen, sondern lieber einen Umzug ins Umland in Betracht ziehen.

 

Häufig günstiger im Umland

Die Faustregel „Je weiter es ins Umland geht, umso günstiger wird es“, trifft gut auf Berlin zu. Das beginnt bei den Bodenpreisen. Grundstücke kosten oft nur halb so viel wie in der City. Häufig stehen am Stadtrand mehr freie Grundstücke zur Verfügung. Beispiele dafür sind etwa Stahnsdorf, Wandlitz und Oranienburg, aber auch Potsdam, wenn man vom Zentrum einmal absieht. Im Umland sind Flächen in aller Regel verfügbarer, der politische Wille einer Gemeinde oder kleineren Stadt, ausreichend Bauland auszuschreiben, ist oftmals höher. Aus dem Blickwinkel eines „Städters“ stellen sich für Umzügler ein paar Fragen:

  • Ist es dort günstiger? Ja. Natürlich müssen gerade Familien vorher durchrechnen, ob sich die eigene Immobilie für sie lohnt und die finanziellen Spielräume vorhanden sind. Dann spricht nichts gegen die eigenen vier Wände im Umland. Aber auch Mietwohnungen im Umland können eine Option sein, die geprüft werden sollte. Mehrfamilienhäuser bieten einen interessanten Mix aus gewohnter Stadtumgebung mit ausreichend Platz und grüner Umgebung. Auch die Baukosten sind oft geringer.
  • Passt die umliegende Infrastruktur? Wer im Umland leben will, sollte die umliegende Nahversorgung prüfen. Wie weit ist es bis zum nächsten Supermarkt, wie schnell komme ich zum Bäcker, zum Arzt, zur Kita? Insgesamt gibt es in vielen Gemeinden des Berliner Umlands eine sehr gute Nahversorgung. Kurze Wege ins Grüne oder auch an einen See entlohnen die Umzugswilligen.
  • Wie gut ist die Verkehrsanbindung? Vom Speckgürtel aus ist der Pendler im öffentlichen Nah- und Regionalverkehrsnetz häufig schon in 30 bis 40 Minuten am Arbeitsplatz. Innerhalb Berlins kann man – je nach Wohnbezirk – gut und gern genauso lange unterwegs sein. Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, sollte prüfen, ob er es am Stadtrand abstellen und mit der Bahn weiterfahren kann. Auch der Berliner Senat und das Land Brandenburg reagieren auf die geänderten Bedürfnisse einer wachsenden Großstadt: Sie wollen im Berliner Umland mit dem Projekt „Elbe-Spree“-Netz für bessere Anbindungen sorgen. Taktzeiten und Umsteigemöglichkeiten verringern sich zum Teil von bis zu 30 Minuten Wartezeit auf die Hälfte.

Derlei Maßnahmen werden gerade auch in anderen Großstädten ergriffen. Schließlich werden die Metropolen durch die Einbeziehung des Umlands entlastet. Die Immobilienpreise indes werden in den Top-7-Städten in den nächsten Jahren weiter steigen. Ein wichtiges Argument, sich alternativ im Umland umzuschauen.

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