Die richtigen Flächen schaffen

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Stefan Klingsöhr
Stefan Klingsöhr von der Klingsöhr Unternehmsgruppe

Knapp 100.000 Quadratmeter Bürofläche wurden im ersten Quartal 2013 in der Hauptstadt vermietet – rund ein Viertel weniger als im selben Zeitraum 2012. Das liegt jedoch keinesfalls an einer mangelnden Nachfrage, berichtet Stefan Klingsöhr, Geschäftsführer der Klingsöhr Unternehmensgruppe. Vielmehr sei insbesondere das Angebot an modernen Büroflächen auf ein erschreckend niedriges Niveau gesunken. Worauf es bei diesen Flächen ankommt und wie die Immobilienwirtschaft reagieren sollte, erläutert er im Interview.

Herr Klingsöhr, die Leerstandsrate auf dem Berliner Büromarkt liegt laut BNP Paribas Real Estate bei 5,4 Prozent. Kein Grund zur Freude?

Mit dieser niedrigen Quote liegt Berlin sowohl im deutschlandweiten als auch im internationalen Vergleich an der Spitze. Der Standort ist begehrt, die Nachfrage nach Büroflächen hoch. Das hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass der Leerstand kontinuierlich gesunken ist. Mittlerweile stehen allerdings zu wenige Flächen zur Verfügung. Besonders bei großen Flächen ab 5.000 Quadratmetern ist der Markt nahezu leergefegt. Hinzu kommt, dass nur etwa jeder fünfte Quadratmeter über eine moderne Ausstattung verfügt, die qualitativ hochwertig genug ist, um einen Mieter zu finden.

Wie reagiert die Immobilienwirtschaft?

Bei einem Leerstand geeigneter Flächen, der gen Null tendiert, und angesichts der anhaltend hohen Nachfrage werden nun selbstverständlich erste Rufe nach spekulativem Neubau laut. Meiner Meinung nach ist dies jedoch der falsche Ansatz.

Was schlagen Sie vor?

Statt allein auf Neubau zu setzen, sollten Investoren und Entwickler viel mehr als bisher auch auf Bestands-immobilien setzen. Es reicht nicht, Flächen zu schaffen. Es müssen vielmehr die richtigen Flächen sein. Besonders an den gefragten Innenstadtstandorten finden sich kaum noch geeignete Grundstücke für einen Neubau. Die Revitalisierung und Anpassung an die modernen Mieterbedürfnisse von Bestandsimmobilien stellt hier eine echte Alternative dar.

Worauf kommt es bei einer Revitalisierung an?

Der Schlüssel liegt darin, flexible Flächen zu schaffen, die sich individuell an einen Mieter anpassen lassen. Solche Flächen fehlen derzeit in der Hauptstadt. Die meisten Unternehmen suchen heutzutage nicht nur nach einer Immobilie mit einer ausreichenden technischen Ausstattung. Sie legen immer mehr Wert darauf, dass die Fläche ihren individuellen Bedürfnissen entspricht – und sich flexibel anpassen lässt. Gelingt es nicht, eine solche Fläche zu schaffen, schließt man automatisch 90 Prozent des Nachfragemarktes aus.

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