Hass auf Immobilieneigentümer

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Dr. Dr. Rainer Zitelmann
Dr. Dr. Rainer Zitelmann

Für die Wohnungsknappheit und steigende Mieten braucht es einen Sündenbock. Und das sind die Immobilieneigentümer. Der „Miethai“ war eines der beliebtesten Motive bei den großen Demonstrationen gegen „Mietenwahnsinn“ und für Enteignung in Berlin und anderen Städten. Was mit dem Miethai geschehen soll, war auf vielen Plakaten zu lesen: „Miethaie zu Fischstäbchen“. Die Linkspartei plakatiert dies ebenfalls deutschlandweit: „Wir beißen jetzt zurück“ heißt es etwa auf Plakaten der Linken. Daneben abgebildet: Messer und Gabel. Und dann in großer Schrift: „Miethaie zu Fischstäbchen“. Um Fischstäbchen aus einem Miethai zu machen, muss dieser zuerst getötet werden. Menschen, die sich sonst für das Tierwohl einsetzen, vegan leben und zu Recht sensibel sind, wenn gegen Minderheiten gehetzt wird, haben kein Problem mit solchen Sprüchen.

Für die diesjährige Revolutionäre 1.-Mai-Demo in Berlin wurde in der ganzen Stadt mit Plakaten „Gegen die Stadt der Reichen“ geworben. Auf den Plakaten war eine Guillotine abgebildet. Mit der Guillotine wurden in der Französischen Revolution zahlreiche Menschen hingerichtet, beispielsweise auch der französische König Ludwig XVI. Ein Jahr zuvor wurde auf der linken Demonstration am Vorabend des 1. Mai ein Plakat mit der Aufforderung „Kill your landlord“ mitgeführt, also ein Mordaufruf gegen Vermieter.

Zu Recht war die Empörung groß, als rechtsextreme Pegida-Demonstranten einen für Angela Merkel oder Sigmar Gabriel bestimmten Galgen bei ihrer Demonstration mitführten. Damals wurde das in den „tagesthemen“ und allen Medien breit und kritisch kommentiert. Im Gegensatz zum Galgen bei der Pegida-Demo habe ich aber noch kein einziges Statement eines Politikers gehört, das die Werbung für eine Anti-Reichen-Demo mit der Guillotine verurteilt hätte.

Am Hass gegen Immobilieneigentümer stören sich auch die Medien nicht. Im Gegenteil. Vor einigen Wochen fand sich ein „Witz“ in der Zeitschrift „Stern“, auf der Humorseite: Man sieht zwei Damen in einem Café. Die eine sagt stolz zur anderen: „Mein Sohn ist im Vorstand eines Berliner Wohnkonzerns.“ Erwidert die andere: „Schade, dass es damals noch keine Fruchtwasseruntersuchungen gab.“ Der Immobilienverband Deutschlands hat gegen den „Stern“ Beschwerde beim Deutschen Presserat eingelegt:

„Vorstände von Wohnkonzernen werden mit dieser Karikatur pauschal stigmatisiert. Der Hinweis auf die Fruchtwasseruntersuchung impliziert die Entscheidung zwischen lebenswürdigem und lebensunwürdigem Leben und dass die Vorstände zu letzterem gehören. In Konsequenz – diese Interpretation erlaubt der Autor – wäre Abtreibung diese bessere Lösung … Schon jetzt erhalten diese Vorstände Morddrohungen, umgeben sich mit privatem Personenschutz und deren Autos werden in Brand gesteckt. Mit dieser Karikatur fühlen sich die Täter bestätigt.“

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