Jung und multikulturell

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Ekkehard Streletzki
Ekkehard Streletzki von der Streletzki Gruppe

Neukölln war lange Zeit als Problembezirk verschrien, der von vielen mit hoher Kriminalität assoziiert wurde. In den vergangenen Jahren hat sich der Stadtteil zu einem Szenebezirk entwickelt, der vor allem bei Studenten und jungen Berufstätigen beliebt ist. Ekkehard Streletzki ist Eigentümer des Estrel Hotels in Berlin-Neukölln, dem größten Hotelkomplex Europas. Er hat schon vor Jahren auf Neukölln gesetzt – und attestiert dem Stadtteil gute Zukunftsperspektiven.

Sie haben zu Beginn der neunziger Jahre das Hotel Estrel Berlin in Neukölln gebaut und damit als einer der ersten Investoren überhaupt auf den Ortsteil gesetzt. Was hat Sie damals dazu moti-viert, Ihr Hotel gerade dort zu errichten? Eines der Hauptargumente für Neukölln war der neue Großstadtflughafen BER. Er sollte – das ist aus heu-tiger Perspektive kaum zu glauben – spätestens 1996/1997 eröffnen. Trotzdem waren damals nur wenige von meinem Vorhaben überzeugt. Neukölln war von der damaligen Innenstadt einfach zu weit entfernt und hatte einen sehr schlechten Ruf.

Die Eröffnung des Flughafens ist derzeit immer noch nicht abzusehen – Neukölln wird aber so-wohl bei Mietern als auch bei Investoren immer beliebter. Woran liegt das? Dafür gibt es viele Gründe. Zunächst wächst Berlin ja sehr schnell, und das Gebiet, das wir als Innenstadt bezeichnen, breitet sich weiter aus. Nachdem Kreuzberg zu einem gefragten Szeneviertel geworden ist, war es auch nur eine Frage der Zeit, bis die Welle nach Neukölln „überschwappt“. Außerdem ist die Bevölkerung von Neukölln sehr jung und multikulturell. Und es gibt ein breites Kultur- und Freizeitangebot.

Hat die Schließung des Flughafens Tempelhof auch eine Rolle gespielt?
Sicherlich. Der Ortsteil ist seitdem um eine Grünfläche und Eventlocation reicher, die ihresgleichen sucht. So etwas gibt es in Deutschland nicht noch einmal.

Wird Neukölln eine ähnliche Entwicklung durchmachen wie Kreuzberg oder Prenzlauer Berg? Sprich: Kommt auch der Stadtteil um die Gentrifizierung nicht herum? Schon jetzt ist zu beobachten, dass in Neukölln die Mieten und Kaufpreise steigen. Ein Ende dieser Entwicklung ist bislang nicht abzusehen. Bis die Situation auf dem Neuköllner Wohnungsmarkt an die in Prenzlauer Berg heranreichen wird, ist es aber noch lange hin – wenn es überhaupt so weit kommt. In Neukölln droht derzeit keine Verdrängung der ansäs-sigen Bevölkerung, die dann durch Milieuschutzverordnungen abgesichert werden müsste, wie das in Prenzlauer Berg der Fall ist.

Wie wird sich das Gebiet entwickeln, wenn der Flughafen letztendlich eröffnet?
Neukölln wird davon profitieren. Vor allem wirtschaftlich wird der Flughafen den Stadtteil voranbringen. Letztendlich ist Neukölln der lachende Dritte in der Entwicklung der Berliner Flughafeninfrastruktur. Es profitiert sowohl von der Schließung des einen als auch von der Eröffnung des anderen.

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