Mieten steigen nur noch langsam

Newsletter Posts / Beiträge

Jürgen Michael Schick

Politik, Mieterbund und große Teile der medialen Öffentlichkeit diskutieren noch immer eine sogenannte „Mietenexplosion“ in Deutschland. Dabei sprechen aktuelle Zahlen eine andere Sprache.

Mehrere Marktstudien, darunter der aktuelle Mietpreisspiegel des Immobilienverbandes IVD, weisen für das zweite und dritte Quartal dieses Jahres eine teils deutliche Abschwächung des Preiswachstums aus. Alle Indikatoren sprechen laut IVD dafür, dass die Zeiten rasanter Mietsteigerungen vorerst vorbei zu sein scheinen. In zahlreichen großen Metropolen und kleineren Großstädten steigen die Mieten de facto nur noch in Höhe der allgemeinen Inflationsrate. In Düsseldorf sind die Mieten aufgrund zahlreicher Neubauprojekte sogar rückläufig, in Frankfurt am Main sowie Stuttgart stagnieren die Mietentgelte und die von starkem Zuzug geprägten Städte Hamburg und München verzeichnen Mietpreisanstiege von nur noch etwa zwei beziehungsweise 1,5 Prozent. Im Durchschnitt wird in Deutschland für eine nach 1949 errichtete Wohnung mit mittlerem Wohnwert eine Nettokaltmiete von 6,28 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Das entspricht einem Anstieg von nur noch 2,35 Prozent, während es 2015/2016 an gleicher Stelle noch 3,43 Prozent waren.

Ursachen

Diese Entwicklung ist bei genauerer Betrachtung nicht überraschend. Der aus meiner Sicht wichtigste Grund ist die wachsende Zahl von Neubauwohnungen in Deutschland. Der Neubau zeigt Wirkung. Mehr Wohnungen entlasten die Märkte und bieten den besten Schutz vor starken Mietpreissteigerungen. Zwar stagnierte der Mietwohnungsbau in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 mehr oder minder mit nur 0,9 Prozent mehr Baugenehmigungen. Dennoch wird in der Summe so viel gebaut wie seit Jahren nicht mehr. Bei der Präsentation der Mietpreise bin ich von einem eher linken Journalisten gefragt worden, ob ich jetzt der FDP in die Hände spielen wollte, die bekanntlich die Abschaffung der Mietpreisbremse fordert. Das konnte ich verneinen, da ich in den Jahren zuvor, als die Mieten zum Teil steil gestiegen sind, alles andere war als das Organ von Heiko Maas, der die Mietpreisbremse eingeführt hat.

Mietpreisentwicklung im Neubau

Die Geschwindigkeit der Mietsteigerungen im Neubausegment hat sich übrigens ebenfalls abgekühlt. Bei Wohnungen im mittleren Wohnwert stagniert das Mietpreiswachstum oder geht teilweise sogar leicht zurück. Insgesamt sind die Neubaumieten um 0,4 Prozentpunkte weniger gestiegen als noch im Vorjahr. Lediglich bei hochwertigen Neubauwohnungen erhöhten sich die Mietpreise im Mittel auf 3,37 Prozent. Im Vorjahr waren das noch 3,2 Prozent. Dieses Plus ist vor allem auf die Großstädte und Metropolen zurückzuführen, in denen die Mieten in diesem Segment deutlich stärker gestiegen sind als 2016. In den Metropolen ab 500.000 Einwohnern legte das Mietpreiswachstum um 3,7 Prozent zu, in Städten mit 250.000 bis 500.000 Einwohnern um 3,3 Prozent, während in den Klein- und Mittelstädten die Preisdynamik stagnierte.

Sonderfall Berlin

Wie in vielen anderen Fragen nimmt Berlin auch bei diesem Thema eine Sonderstellung ein. Aufgrund von Nachholeffekten stiegen die Berliner Mieten entgegen dem allgemeinen Trend um 6,1 Prozent. Trotz dieses Wachstums liegt die Hauptstadt immer noch deutlich unter den Werten von Hamburg mit 9,80 Euro pro Quadratmeter, Frankfurt am Main mit 10,00 Euro pro Quadratmeter oder München, wo der Wert zurzeit bei 13,10 Euro pro Quadratmeter liegt.

Die Sonderrolle Berlins zeigt sich auch im Vergleich der Stellung der Hauptstädte in ihren Heimatländern. Während die Hauptstadt meistens die teuerste Stadt eines Landes ist, bleibt Berlin die preisgünstigste deutsche Metropole. Schließlich steht die Hauptstadt auch für die Unwirksamkeit einer strengen Regulierungspolitik auf dem Mietmarkt. Obwohl der Berliner Senat besonders streng vorgeht, steigen die Mieten trotzdem stärker an als in jeder anderen Großstadt in Deutschland.

Den höchsten Anstieg der Mieten verzeichnet Berlin mit 5,77 Prozent im Bereich der bis 1948 errichteten Altbauwohnungen. In Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf stagnieren die Mieten in diesem Segment. Bundesweit stiegen die Mieten für Altbauten um 3,54 Prozent, im Vorjahr waren es noch 3,29 Prozent. 2017 lag die Miete in Deutschland bei 6,95 Euro pro Quadratmeter, in Berlin kostet eine durchschnittliche Altbauwohnung 7,50 Euro pro Quadratmeter.

Schöner Altbau als Eckgebäude in bester Lage von Chemnitz
Immobilienangebote
Kaufpreis: 1.800.000 EUR zzgl. 7,14 % Käuferprovision (inkl. MwSt.) I Vermietbare Fläche: 1.312 m² I JNKM SOLL: 75.260 EUR
mehr...

11. März 2021
Projektentwicklung mit zwei attraktiven Mehrfamilienhäusern in Falkensee
Immobilienangebote
Kaufpreis: 8.500.000 EUR zzgl. 7,14 % Käuferprovision (inkl. MwSt.) I Vermietbare Fläche: 2.100 m² I JNKM SOLL:  340.200 EUR
mehr...

11. März 2021
Saniertes Bestandshaus mit bezugsfreien Wohnungen und Neubaupotenzial in Charlottenburg-Wilmersdorf
Immobilienangebote
Kaufpreis: 8.000.000 EUR zzgl. 7,14 % Käuferprovision (inkl. MwSt.) I Vermietbare Fläche: 2.047 m² I JNKM: 206.838 EUR
mehr...

11. März 2021