Mieter und Vermieter kritisieren den neuen Berliner Mietspiegel

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Die Durchschnittsmiete in Berlin beträgt nun offiziell 6,40 Euro je Quadratmeter nettokalt. Verglichen mit dem Mietspiegel 2015 bedeutet das einen Anstieg von 4,6 Prozent. Dies ergab der aktuelle Mietspiegel, der am 19. Mai von Bausenatorin Katrin Lompscher vorgestellt wurde. Die Hauptgründe für die Anhebung seien demnach der anhaltende Zuzug und die Wohnungsknappheit in der Hauptstadt. Der Eigentümerverband Haus & Grund erkennt den aktuellen Mietspiegel allerdings nicht an. Dessen Vorsitzender Carsten Brückner bemängelte, dass nur 75 Prozent der erhobenen Daten in die Berechnungen eingeflossen seien und der Mietspiegel deshalb nicht die Wirklichkeit wiedergebe. Zudem würden Elemente, die die Wohnqualität steigern (Balkon, Parkettboden etc.) nicht mehr berücksichtigt. Der Mieterverein konstatierte hingegen, dass die Mietpreisbremse weitgehend wirkungslos sei und deshalb auch eigentlich unzulässige Miethöhen in den Mietspiegel eingingen.

Mietpreisbremse – Effekt bleibt bislang aus

Eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt, dass die Mietpreise für Berliner Wohnungen rund zwei Jahre nach Einführung der Mietpreisbremse nur um 2,7 Prozent niedriger im Vergleich zu einem Markt sind, der „ungebremst“ wäre. Der Anteil angebotener Wohnungen, die über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen, ist sogar noch weiter gewachsen. Vor Einführung der Mietpreisbremse lagen 61,4 Prozent aller Mietangebote in Berlin im Durchschnitt um 24,6 Prozent über den zulässigen Vergleichsmieten. Ende 2016 hat sich dieser Wert auf 62,3 Prozent mit einer durchschnittlichen Preisüberschreitung von 26,1 Prozent erhöht. Besonders bei hochwertigen Wohnungen im Zentrum der Stadt ist die Preisüberschreitung hoch: Dort liegen bis zu 72 Prozent etwa 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Die Studie beruht auf einer Auswertung von 117.000 Wohnungsangeboten in Berlin.

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