Reihenhäuser als Investment-Produkt

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Jürgen Michael Schick
Jürgen Michael Schick

Lange Jahre galten Reihenhäuser als Bauträgerprodukt für Endverbraucher, die sich die eigenen vier Wände am Stadtrand kauften, um den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. In der Tat ist das Einfamilienhaus, auch wenn es in einer Reihe mit anderen steht, die beliebteste Wohnform der Deutschen. Die Grundrisse sind zumeist kompakt. Unten Wohnzimmer, Küche, Terrasse und Gäste-WC, oben die Schlafzimmer und das Bad. Hinter dem Haus befinden sich der kleine Garten und nebendran ein Stellplatz oder Carport.

Das Reihenhaus ist für mich aber auch ein perfektes Investment-Produkt. Aus einer ganzen Reihe von Forward-Deals weiß ich, wie gut Reihenhäuser bei Investoren ankommen, die in Neubau-Projektentwicklungen investieren wollen. Für Projektentwickler bietet das eine große Chance. Zu dem einstmals mühseligen Weg des Einzelverkaufs gibt es jetzt die Alternative des Globalverkaufs. Weil Investoren das Reihenhaus gerne in ihr Portfolio übernehmen. Und das aus guten Gründen.

Das wichtigste Argument ist sicherlich die relativ günstige Bauweise. Reihenhäuser sind in der Herstellung deutlich günstiger als Geschosswohnungsbau. Wer bezahlbaren Wohnungsbau sucht, findet hier eine Neubaukategorie, die attraktive Quadratmeterpreise zulässt. Aus den Transaktionen, die ich begleitet habe, weiß ich, dass oftmals ohne Keller gebaut wurde. Manchmal mit Dachgauben, manchmal ohne. In einer schlanken Bauausführung mit gefälligen und zeitgemäßen Ausstattungslinien ist das Reihenhaus eine Wohnform, die sich sehr gut vermieten lässt und damit als interessante Kapitalanlage taugt.

Die Grundstücke für Reihenhäuser sind naturgemäß eher am Standrand gelegen oder in etwas periphereren Lagen. Direkt in der Innenstadt würde natürlich ein klassischer Geschosswohnungsbau errichtet. Da die innerstädtischen Grundstücke angesichts der anhaltend hohen Nachfrage immer rarer werden, liegt das Augenmerk ohnehin auf den Randlagen.

Die gute Vermietbarkeit ist naheliegend, da die monatliche Mietbelastung für Familien mit Kindern überschaubar ist und gleichzeitig attraktive Renditen für Investoren erlaubt. Ohnehin ist das Mieterklientel anders als im klassischen Mietwohnungsbau. Das Verhalten dieser Mieter ähnelt zumeist eher dem von Eigentümern als dem von üblichen Mietern, die bekanntlich nicht immer mit allergrößter Sorgfalt mit der Mietsache umgehen. Sind die Kinder erstmal im Kindergarten bzw. in der Schule, ist an einen Fortzug nicht zu denken. Die Grundstücke und kleinen Gärten der vermieteten Reihenhäuser gleichen denen von Eigentümern. Bei uns im Büro heißt das dann liebevoll-augenzwinkernd „Gartenzwerg statt Graffiti“, wenn wir es mit innerstädtischen Lagen vergleichen. Das Eigentümer-ähnliche Verhalten ermöglicht übrigens auch den Exit des späteren Einzelverkaufs an die Mieter. Die Haushaltseinkommen der Mieter lassen zumeist einen späteren Erwerb der Häuser durch die Nutzer zu.

Reihenhäuser im Forward-Deal gibt es in den unterschiedlichsten Größenordnungen. Ob zehn Häuser oder mehrere Hundert, diese Neubau-Projektentwicklungen finden ein steigendes Interesse. Von Family Offices bis zu institutionellen Investoren reicht die Nachfrage. Projektentwickler sollten sich aus meinen Erfahrungen heraus mehr mit dem Globalverkauf von Reihenhäusern beschäftigen und sich entsprechend beraten lassen. Und für Investoren ist es eine hoch spannende Möglichkeit, günstig Neubau zu erwerben.

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