Smart Data trifft analoge Expertise

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Dr. Nicolai Wendland, CIO und Mitgründer bei 21st Real Estate

Wird eine Immobilie zum Kauf angeboten, ist die Positionierung von zahlreichen weichen Faktoren abhängig: Wie familienfreundlich ist die Nachbarschaft, und wie „grün“ fällt der Blick vom Balkon aus? All diese Kriterien im Vorfeld zu bewerten, war bislang so gut wie unmöglich. Dank digitaler Technologien wie der künstlichen Intelligenz stehen der Immobilienwirtschaft heute jedoch Smart-Data-Anwendungen zur Verfügung, die nicht nur Zeit sparen, sondern auch die Potenziale von Immobilien-Investments realistisch einschätzen.

Auf Basis von Millionen Daten können Mikrolagen innerhalb weniger Minuten auf Faktoren wie die Nähe zu Freizeitangeboten oder Schulen, die Kaufkraft oder das Jobangebot in der Umgebung geprüft werden. Die Analyse der Entfernung zur Autobahn deckt mögliche Lärmbelästigungen auf, eine hohe Dichte an Freizeitangeboten legt nahe, dass das Viertel auch in Zukunft gefragt sein wird. Für Makler ergibt sich die Möglichkeit, Immobilien-Exposés mit den für sie wichtigen Fakten anzureichern – ohne dass dies bei bloßen Marketing-Aussagen bleibt. Für Projektentwickler hingegen dient ein solches Tool zur Prüfung, ob das passende Immobilienkonzept am geeigneten Standort entsteht.

Die analoge Exposé-Prüfungen als erheblicher Zeitfaktor

Auch die immobilienbezogenen Informationen können auf diese Weise per Mausklick erhoben werden. Wer ein Exposé erhält, muss es nicht mehr in mühevoller Kleinarbeit händisch auf Plausibilität prüfen. Immobilien können auf Basis von einer Milliarde Datenpunkten, bestehend aus Bestandsmietverträgen, Angebotspreisen, Verkehrswerten und weiteren Kennzahlen, innerhalb kurzer Zeit vollständig und fehlerfrei analysiert werden. Gleichzeitig lassen sich aus dieser Analyse belastbare Prognosen, beispielsweise über den zukünftigen Cashflow der Immobilie erstellen.

Für Investoren dient diese Methode als präzise Erstindikation. Sie zeigt auf, welche Angebote weiter verfolgt beziehungsweise intensiver geprüft werden sollten – und welche Exposés gleich aussortiert werden können. Für Makler und Projektentwickler hingegen bietet dies die Möglichkeit, ihren Business Case weiter auszugestalten: Sie erhalten entweder objektive Verkaufsargumente, oder erkennen im Voraus die Hürden, die bei der Vermarktung des jeweiligen Objekts entstehen könnten.

Erfolgreiche Mensch-Maschine Zusammenarbeit

Mein Fazit: Künstliche Intelligenz, kann, wenn sie richtig eingesetzt wird, die Prozesse der Immobilienwirtschaft deutlich vereinfachen und verschlanken. Ersetzen kann sie den Immobilienprofi jedoch nicht. Denn auch in Zukunft werden automatische Analysetools weder die technische Zustandsbewertung der Immobilie noch das erhellende Gespräch mit dem langjährigen Bestandsmieter ersetzen können.

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