Stadtteilporträt Adlershof: Ein Ortsteil mit Vorbildcharakter

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Adlershof gilt unter Politikern, Wissenschaftlern und Städteplanern als Musterbeispiel. Der Ortsteil ist ein Vorbild für die Neuentwicklung von Flächen, die Ansiedlung wissenschaftlicher Einrichtungen und privatwirtschaftlicher Unternehmen sowie für die Integration neuer Strukturen in eine bestehende städtische Infrastruktur.

Ein Ortsteil mit zwei Gesichtern

Wird heute von Adlershof gesprochen, ist nicht immer klar, von welchem Gebiet im Bezirk Treptow-Köpenick die Rede ist. Denn mittlerweile wird der Name Adlershof oft als Synonym für die neu entstandene „Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien“ – kurz WISTA – verwendet. Dabei wird jedoch vernachlässigt, dass der Ortsteil über ein wesentlich älteres Zentrum verfügt. Während im Südwesten von Adlershof Forschungseinrichtungen und Gewerbetreibende dominieren, befinden sich im Nordosten die alten Wohnviertel und Siedlungen. Dort sind auch der Großteil der medizinischen Einrichtungen, der Geschäfte mit Dingen des täglichen Bedarfs sowie die traditionellen Einkaufsstraßen zu finden.

Ein Jahrhundert der Forschung

Wissenschaft und Forschung sind zwei Bereiche, die die Entwicklung Adlershofs grundlegend beeinflusst haben. Im Jahr 1912 wurde in diesem Ortsteil die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt, der Vorgänger des heutigen Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte die DDR-Führung auf dem heutigen WISTA-Areal die Akademie der Wissenschaften an, die zahlreiche Institute der angewandten Forschung beherbergte. Daneben befanden sich auf dem Gelände auch das Zentrum des Deutschen Fernsehfunk (DFF) sowie eine Militärkaserne. Für kontrollsensitive Institutionen wie diese war Adlershof ideal. Die DDR-Staatsführung kappte die Brücken über den Teltow-Kanal und sperrte das gesamte Gelände großräumig ab. Während das Leben im alten Zentrum des Ortsteils seinen gewohnten Gang ging, entstand im Südwesten Adlershofs ein Hochsicherheitstrakt ohne
öffentlichen Zugang.

Zeit des Wandels

Nach der Wiedervereinigung verwaiste der Südwesten Adlershofs nahezu vollständig. Die Akademie der Wissenschaften und der DFF wurden abgewickelt, die Armee der DDR aufgelöst. Zwar siedelten sich in einigen Gebäuden kleinere Unternehmen an, doch konnten diese nicht verhindern, dass die großen, unvernetzten Areale zunehmend verfielen.Adlershof

Die verfügbaren Flächen weckten das Interesse der Stadtplaner. Vielfältige Ideen wurden entwickelt, wie das Gebiet genutzt werden könnte: Müllverbrennungsanlage, Logistikzentrum, Großkraftwerk, weitläufige Wohnsiedlung – der Berliner Senat sah sich einer Vielzahl von Ideen und Visionen gegenüber. Letztendlich brachten die Einrichtung des Max-Born-Instituts für nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie, der Bau des Elektronenspeicherrings Bessy II in Johannisthal/Adlershof sowie die Neuansiedlung der naturwissenschaftlichen Institute der Humboldt- Universität die Entscheidung für die WISTA-Idee: 1991 fiel der Startschuss für die Entwicklung, die bauliche und infrastrukturelle Modernisierung sowie für die Vermarktung der Flächen der ehemaligen Akademie der Wissenschaften.

Die Entwicklung des Areals kann sich sehen lassen: Die Wissenschaftsstadt in Adlershof ist einer der erfolgreichsten Standorte für Hochtechnologie in Deutschland und der größte Medienstandort Berlins. Auf dem 4,2 Quadratkilometer großen Gebiet haben sich 866 Unternehmen und 17 wissenschaftliche Einrichtungen niedergelassen. Mehr als 14.000 Menschen arbeiten in Adlershof, hinzu kommen rund 7.800 Studenten.

Steigender Bedarf an Wohnraum

Da eine große Anzahl an Menschen im Ortsteil Adlershof arbeitet, verwundert es nicht, dass die Nachfrage nach Wohnraum in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Für die Beschäftigten der Adlershofer Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie für die Mitarbeiter des nahegelegenen Flughafens BER/Schönefeld ist Adlershof ein idealer Ort zum Arbeiten und Wohnen. Die gute Verkehrsanbindung und die grüne Gestaltung des Stadt-viertels ziehen viele Interessenten an: In wenigen Minuten sind Autobahn, Flughafen und Berliner Innenstadt erreichbar. Weitläufige Grünflächen sowie der Natur- und Landschaftspark bieten ein ansprechendes Wohnumfeld. Doch was fehlt, ist ein ausreichendes Angebot an Wohnraum. Laut Wohnmarktreport von GSW und CB Richard Ellis liegt die Leerstandquote bei gerade einmal 1,4 Prozent.

Bisher befanden sich die Wohnviertel vor allem im alten Zentrum von Adlershof nordöstlich der S-Bahn-Trasse. Dies wird sich zukünftig ändern: Auf dem im Nordwesten liegenden Areal des ehemaligen Flughafens Johannisthal entstehen neue Wohnviertel, die die Entwicklung desWISTA-Standortes zur Wissenschaftsstadt komplettieren sollen.

Wohnungsboom in der Wissenschaftsstadt

Nördlich der Rudower Chaussee, zwischen Groß-Berliner Damm und Karl-Ziegler-Straße stellte die WISTA Management GmbH ein 14 Hektar großes Areal für die Errichtung von 900 neuen Wohnungen zur Verfügung. Geschoss-wohnungen, Stadtvillen und städtische Reihenhäuser sollen dort in den kommenden zwei Jahren entstehen.

Die Realisierung des Projekts „Wohnen am Campus“ soll bereits im Sommer diesen Jahres starten. Die lebendige Atmosphäre des angrenzenden Campus der Humboldt-Universität und der Rudower Chaussee soll sich auch im neuen Wohnquartier widerspiegeln. Die architektonische Gestaltung orientiert sich an den angrenzenden Universitätsgebäuden. So ist entlang der Abram-Joffe-Straße eine vier- bis fünfgeschossige Bebauung geplant. Im Inneren des Wohngebiets sollen

dreigeschossige Häuser errichtet werden. Neue Grünflächen, Rad- und Fußwege sowie verkehrsberuhigte Straßen runden die Gestaltung des Wohnquartiers ab.

Die Lage im Wissenschaftsstandort Adlershof führt auch dazu, dass bei der Entwicklung der Wohnräume innovativen Energiekonzepten große Bedeutung eingeräumt wird. So ist in der Newtonstraße beispielsweise eine Siedlung mit Plus-Energie-Standard geplant. Durch den Einsatz moderner Technologien sollen die Häuser mehr Energie erzeugen als verbrauchen. Die rund 100 geplanten Wohnungen sollen rund 2.150 Euro pro Quadratmeter kosten.

Günstig Wohnen

Die Nähe zum internationalen Flughafen BER/Schönefeld ist besonders für Gewerbetreibende ein Vorteil. Auf die Entwicklung der Miet- und Kaufpreise wirken sich Flughafennähe und Fluglärm weniger positiv aus. Auch wenn die Kaltmiete im Vergleich 2010 zu 2011 um 2,3 Prozent zulegte, liegen die Mieten mit 6,16 Euro je Quadratmeter deutlich unter dem Berliner Durchschnitt von 6,59 Euro je Quadratmeter.

Die Kaufkraft fällt mit 2.125 Euro je Haushalt vergleichsweise niedrig aus. Deshalb liegt die Wohnkostenquote mit 24,0 Prozent nur leicht unter dem Berliner Durchschnitt von 24,2 Prozent.

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