Steglitz – zwischen Seen und dem S-Bahn-Ring

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Der Ortsteil Steglitz liegt am östlichen Rand des Bezirks Steglitz-Zehlendorf in direkter Nachbarschaft zu Tempelhof-Schöneberg und Wilmersdorf-Charlottenburg. Steglitz zeichnet sich durch eine der größten Shoppingmeilen Berlins aus: der Schloßstraße. Diese galt schon im 18. Jahrhundert als eine der wichtigsten deutschen Handelsstraßen. Verlässt man Steglitz in westliche Richtung, finden sich in den angrenzenden Bezirken der Grunewald und der Wannsee. Der Bezirk Steglitz überzeugt durch seine zentrumsnahe Lage, beste Verkehrsanbindungen und kurze Wege ins Grüne.

Wo die Stieglitze fliegen
Der Name Steglitz ist slawischen Ursprungs und stammt aus der Zeit der Mark Brandenburg. Anfang des 13. Jahrhunderts gegründet, blieb das nach dem Vogel Stieglitz benannte Dorf lange Zeit relativ unbedeutend. Das änderte sich im 18. Jahrhundert, als Steglitz schließlich von seiner exponierten Lage an der Reichsstraße und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Vorteilen profitieren konnte. Die als wichtigster Handelsweg geltende Straße verlief von Aachen über Berlin bis nach Litauen und wurde im Jahr 1792 die erste gepflasterte Straße Preußens, die heutige Schloßstraße. Nachdem Carl Friedrich von Beyme das Dorf Steglitz erworben hatte, ließ er um 1804 ein Gutshaus errichten, das auch „Beyme-Schlösschen“ genannt wurde. Das heute als Gutshaus Steglitz bekannte Gebäude findet sich am südwestlichen Ende der Schloßstraße, dort wo diese eine leichte Biegung macht. Nach dem Tod Beymes zog 1850 der Feldmarshall Friedrich Wrangel ein, der dem Gutshaus den zweiten Spitznamen „Wrangelschlösschen“ gab – nach ihm wurde auch der Wrangelkiez in Friedrichshain-Kreuzberg benannt. Weiteren Auftrieb erhielt die damalige Stadt Steglitz neben dem Handel durch die Errichtung einer Maulbeerbaumplantage, die als Grundlage für die Seidenraupenzucht diente. Um 1840 nutzte der Seidenhändler und Fabrikant Johann Adolf Heese diese Voraussetzungen und machte aus Steglitz das bedeutendste Seidenbauzentrum Preußens.

Das Zentrum von Steglitz: Die Schloßstraße
Die Schloßstraße ist mit über 200.000 m2 Verkaufsfläche der größte Einzelhandelsstandort in Berlin. Es gibt mehrere Shopping-Center in direkter Nachbarschaft, unter anderem das Forum Steglitz, das Schloss-Straßen-Center, den Boulevard Berlin und Das Schloss. Letzteres findet sich direkt am Rathaus Steglitz, das seit 1898 als Rathaus genutzt wird. Inzwischen beherbergt das im Stil der Neugotik errichtete Gebäude zudem Teile der Bezirksverwaltung und ein Bürgeramt. Ein weiteres geschichtsträchtiges Gebäude ist der Titania-Palast. Das traditionsreiche Kino wurde 1928 eröffnet und war bis in die 1960er Jahre weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt. Mit seiner kubischen Bauform, die der Neuen Sachlichkeit zuzuordnen ist, galt es damals als neuartig und revolutionär und fand großen Anklang bei Kritikern und Publikum. Im großen Saal konnten bis zu 1.920 Zuschauer die Vorstellungen verfolgen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden dort auch die Konzerte der Berliner Philharmoniker statt, da die Philharmonie durch die Alliierten zerstört wurde. Heute befindet sich in dem Gebäude, das neben mehreren Geschäften angesiedelt ist, noch immer ein Kino. Das Innenleben wurde jedoch komplett entkernt und umgebaut, sodass der ehemalige große Saal nicht mehr erkennbar ist.

Wassermühlen, Wasserturm und Villenviertel
Ebenfalls kaum mehr zu erkennen ist der Ursprung von Steglitz. Nur noch eine Straße am südwestlichen Ende der Schloßstraße weist auf die historische Bedeutung des Wassers in diesem Bezirk hin. Unter der Straße Am Bäkequell entspringt die Bäke. Das Bäkefließ gehörte zu den Kerngebieten der Mark Brandenburg und führte so viel Wasser, dass mehrere Wassermühlen betrieben werden konnten. Von dem Fluss sind heute jedoch nicht mehr als zwei kurze Bachläufe übrig, die aufgrund der dichten Bebauung erst einen Kilometer weiter im Bäkepark an die Oberfläche treten. Dort stauen sie sich zu einem Teich.
Im Osten von Steglitz findet sich der Friedhof, der bereits 1875 angelegt wurde. Auf diesem befindet sich auch der im Jahre 1919 errichtete Wasserturm, der heute unter Denkmalschutz steht. Der 42 Meter hohe Turm stand ursprünglich am Rande des Friedhofes Steglitz. Durch seine schrittweise Ausdehnung ist er heute vollständig von ihm umschlossen. Genutzt wurde er in seiner ursprünglichen Funktion nie, da man Steglitz kurz nach der Fertigstellung des Turms an die öffentliche Wasserversorgung anschloss. Ganz in der Nähe des Turmes fängt das Villenviertel Südende an. Der Bau begann um das Jahr 1873 im Steglitzer Osten. Heute sind von der ehemals beeindruckenden Bebauung nur noch wenige Villen übrig. Grund dafür ist ein Luftangriff der Alliierten im Zweiten Weltkrieg, durch den ein Großteil des Viertels vernichtet wurde. Erst in den 1960er Jahren wurden die Brachflächen weiterentwickelt und das Viertel erhielt seine aufgelockerte Bebauung mit Häuserriegeln.

Unterschiedliche Mietniveaus und moderates Mietenwachstum
Während die Durchschnittsmiete im gesamten Bezirk Steglitz-Zehlendorf bei 8,58 Euro pro m² liegt, ist sie westlich der Schloßstraße, in der Schildhornstraße und am Fichtenberg, tendenziell etwas höher. Das im Westen gelegene Quartier rund um die Schildhornstraße gilt als quirlig, hat aber durch seine direkte Nähe zur Schloßstraße mit viel Verkehr zu kämpfen. Dennoch liegt die durchschnittliche Miete hier bei rund 9,03 Euro pro m² und ist damit die höchste im Ortsteil. Von seiner Lage zwischen der Schloßstraße und dem Botanischem Garten profitiert der Fichtenberg, der mit seinen Hanglagen zu den beliebtesten Teilen von Steglitz gehört. Am Fichtenberg werden im Durchschnitt 8,67 Euro pro m² aufgerufen. Einen ganzen Euro preiswerter wohnt es sich im nördlich vom Steglitzer Damm gelegenen Viertel zwischen Albrecht- und Bergstraße, hier sind 8,01 Euro pro m² zu zahlen. Zu den ebenfalls eher erschwinglichen Gegenden zählt das südlich des Steglitzer Damms befindliche Quartier rund um den Stadtpark Steglitz mit einer Miete von im Schnitt 8,22 Euro pro m². Insgesamt gab es in diesen beiden Teilen von Steglitz eine gedämpfte Mietenentwicklung, da die Bebauung sehr dicht ist und die aufgelockerten Gebiete, die etwas weiter außerhalb liegen, sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Im unteren Marktsegment ist die Rangfolge der Quartiere ähnlich. Zwischen 5,93 Euro pro m² und 6,48 Euro pro m² liegen die Mieten hier im Schnitt. Im oberen Marktsegment führt der Fichtenberg mit 15,95 Euro pro m² mit deutlichem Abstand vor dem Quartier rund um die Schildhornstraße mit 14,17 Euro pro m², gefolgt vom Stadtpark-Viertel mit 12,80 Euro pro m² und dem Quartier Albrecht- und Bergstraße.

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